Wirtschaft
Scheinbares Sorgenkind BASF
Die Umsatzentwicklung der BASF erscheint im Branchenvergleich als Ausreißer nach unten. Aber nur auf den ersten Blick.
Was ist nur mit der BASF los? Diese besorgte Frage könnte sich aufdrängen, wenn man die Entwicklung der gesamten deutschen Chemie-Industrie im ersten Quartal 2018 mit der des Ludwigshafener Chemieriesen vergleicht. Während die deutsche Chemie in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres gegenüber der gleichen Vorjahreszeit ein Umsatzplus von 5,7 Prozent geschafft hat, musste der BASF-Konzern einen Rückgang des Umsatzes um 1 Prozent hinnehmen. Die beiden unterschiedlichen Entwicklungen wurden von ein und demselben Manager präsentiert: von Kurt Bock. Bock stellte die BASF-Zahlen auf der Hauptversammlung am 4. Mai vor. Nach deren Ablauf schied er aus dem Amt, das sein Nachfolger Martin Brudermüller übernommen hat. Die Entwicklung der gesamten deutschen Chemie hat der frühere BASF-Chef gestern in seiner Funktion als VCI-Präsident vorgestellt, die er noch bis zum 27. September behält. Die BASF-Umsatzentwicklung scheint ein Ausreißer nach unten zu sein. Bei näherem Hinsehen zeigt sich aber, dass der Vergleich zu falschen Schlüssen führt. Der Rückgang der BASF ist währungsbedingt. Dahinter stecken die Kursgewinne des Euro gegenüber dem Dollar. Die Währungseffekte drückten den BASF-Umsatz um 8 Prozent. Dem standen positive Einflüsse gegenüber: Die Verkaufspreise stiegen um 5 Prozent, die Absatzmengen um 2 Prozent. Das heißt, vor allem die Geschäfte in Nordamerika führten zu dem Rückgang. Die Statistik des Verbands erfasst jedoch nur die Exportumsätze der Firmen, nicht aber die Umsätze ausländischer Tochterunternehmen. Ein großer Teil des Nordamerikageschäfts der BASF läuft über die US-Tochter. Deswegen ist der negative Währungseffekt zwar voll in den Konzernzahlen enthalten, aber nur zum kleinen Teil in den Verbandszahlen. Die BASF ist nur scheinbar ein Sorgenkind der Branche.
