Wirtschaft BASF: Viel Zuversicht in der Chemie

Wegen der guten Wirtschaftslage hat die deutsche Chemie-Industrie im ersten Quartal 2018 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Di
Wegen der guten Wirtschaftslage hat die deutsche Chemie-Industrie im ersten Quartal 2018 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Die Anzahl der Beschäftigten wuchs leicht auf 455.000. Unser Bild zeigt Produktionsanlagen im Ludwigshafener BASF-Stammwerk mit knapp 35.000 Mitarbeitern.

Nach einem starken Start blickt die deutsche Chemie-Industrie weiter optimistisch auf das Jahr 2018.

Zwar hätten sich die politischen Unsicherheiten um globale Handelskonflikte, die unklaren Brexit-Verhandlungen und die Krisenherde in Nahost vergrößert, räumte der Branchenverband VCI gestern ein. Unter dem Strich bewertet der scheidende VCI-Präsident und frühere BASF-Chef Kurt Bock die Lage aber als weiterhin gut: „Bei unseren Unternehmen überwiegt nach wie vor die Zuversicht, dass sich der Aufwärtstrend im Chemiegeschäft in diesem Jahr fortsetzen wird. Allerdings haben die konjunkturellen Risiken zugenommen. Dennoch rechnet aktuell niemand in der Branche mit einem Rückschlag.“ In den ersten drei Monaten setzte die drittgrößte deutsche Industriebranche mit 51,1 Milliarden Euro rund 5,7 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. Die Produktion in den „sehr gut“ ausgelasteten Werken sei im Jahresvergleich um 6,7 Prozent gewachsen. Zum Vorquartal ergab sich ein Produktionsanstieg um 1,6 Prozent bei gleichbleibenden Umsätzen. Trotz der zunehmenden Unsicherheiten in der Weltwirtschaft blieb der VCI bei seiner Prognose für ein weiteres Rekordjahr mit dann 204 Milliarden Euro Umsatz (plus 4,5 Prozent). Dafür sollen die Produktion um 3,5 Prozent wachsen und die Preise um 1,0 Prozent anziehen.

Zusätzliche Mitarbeiter eingestellt

Wegen der guten Wirtschaftslage hat die Industrie zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Im ersten Quartal waren es 455.000 Beschäftigte und damit 0,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Grundlage der positiven Einschätzungen in der Branche ist die gute Industriekonjunktur im Inland sowie im wichtigsten Exportmarkt Europa. Auch die Aussichten in Übersee seien gut, berichten die Volkswirte des Verbandes. Die Dynamik des globalen Aufschwungs habe im ersten Quartal 2018 allerdings etwas nachgelassen. Vor dem Hintergrund des sehr starken Jahresendquartals sei das aber keine Überraschung. Der Aufschwung stehe nach wie vor auf einem breiten Fundament, so der Chemieverband. Die Industrieländer zeigten ein stabiles Wachstum. Wichtige Schwellenländer hätten sich im vergangenen Jahr aus der Rezession befreien können. Auch China wachse weiterhin robust. Industriegüter seien in diesem Umfeld gefragt. Die globale Industrieproduktion sei erneut kräftig gestiegen. Auch die Nachfrage nach Chemikalien habe weiter zugelegt. Die chinesische Wirtschaft sei trotz des drohenden Handelskriegs mit den Vereinigten Staaten im ersten Quartal des laufenden Jahres in guter Verfassung gewesen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe gegenüber dem Vorjahr um 6,8 Prozent zugelegt. China mache Fortschritte beim Umbau der Wirtschaft in Richtung Konsum, Dienstleistungen und Hightech-Produkte. In diesem Umfeld hätten sich auch die Nachbarstaaten in Asien positiv entwickelt.

Wirtschaftliche Erholung habe an Kraft verloren

In den USA habe sich das Wachstum trotz Steuersenkungen leicht abgeschwächt. Die Industrieproduktion habe dort aber dennoch kräftig zugelegt. In Lateinamerika habe Brasilien im Verlauf des vergangenen Jahres den Weg aus der tiefen Rezession gefunden. Die wirtschaftliche Erholung habe zuletzt aber an Kraft verloren. In der Europäischen Union (EU) sei das Wachstumsumfeld weiter gut. In der Industrie habe die Dynamik allerdings etwas nachgelassen. Vor dem Hintergrund, dass das Jahresendquartal 2017 die stärkste Dynamik seit 2011 gezeigt habe, handele es sich allerdings nur um eine Normalisierung und nicht um eine Trendumkehr. In Deutschland zeige sich ein ähnliches Bild. Die Nachfrage nach Industriegütern sei hoch. Sorgen bereite die jüngste Ölpreisentwicklung. Kräftig steigende Ölpreise drückten auf die Gewinnmargen, entzögen Deutschland Kaufkraft und belasteten die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Chemie-Industrie.

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