Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel S-Bahn nach Zweibrücken: Harte Geduldsprobe

Die Verlängerung der S-Bahn nach Zweibrücken passt optimal in den Kontext der aktuellen Klimaschutzdiskussion.
Die Verlängerung der S-Bahn nach Zweibrücken passt optimal in den Kontext der aktuellen Klimaschutzdiskussion.

Die Verlängerung der S-Bahn Rhein-Neckar nach Zweibrücken ist ein Beispiel dafür, dass es auch bei sehr verzwickten Problemen möglich ist, vernünftige Lösungen zu finden.

Vor zehn Jahren tobte in Rheinland-Pfalz ein für hiesige Verhältnisse ungewöhnlich hitziger Landtagswahlkampf. Das war eigentlich kein günstiger Kontext für einstimmige Landtagsbeschlüsse. Dass dies beim Thema S-Bahn nach Zweibrücken dennoch gelang, verdient auch im Rückblick noch alle Anerkennung. Viel gelobt wurden zu Recht die Bürger aus Zweibrücken und Umgebung, die sich für das Projekt engagiert haben. Auch wenn sich manche von ihnen dabei zeitweise auf gedankliche Abwege wie exterritoriale Korridorzüge ohne Halt im Saarland verirrten, haben sie es geschafft, das Thema so aufzuwerten, dass die Landespolitik schließlich richtig reagierte.

Ein glückliches Zusammentreffen war dabei 2010 die konstruktive Initiative der FDP-Fraktion im Landtag und die optimale Reaktion des damaligen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD), dem das S-Bahn-Projekt wichtig genug war, um dafür zuvor vertretene Positionen zu korrigieren.

Klimaschutz durch elektrischen Schienenverkehr

Heute passt das Vorhaben besser denn je in die verkehrspolitische Landschaft. Nun ist wohl auch das Saarland froh über ein Projekt, das mit der raren Kombination aus Bahnreaktivierung und Elektrifizierung sehr präsentabel in puncto Klimaschutz ist, zumal es auch noch der umweltschonenden Anbindung des Biosphärenreservats Bliesgau dient. Wenn jetzt alles optimal läuft (allerdings auch nur dann!), könnte es sogar sein, dass die Strecke schon vor 2025 in Betrieb gehen kann. Offiziell sagen wird das derzeit aber niemand, weil auch weitere Verzögerungen nicht auszuschließen sind. Immerhin müsste jetzt auch im Mainzer Wirtschaftsministerium, das bei dem Projekt nie die treibende Kraft war, bekannt sein, wie wichtig es für die Landespolitik ist.

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