Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Russland: Deutsche Autobauer geben die passende Quittung

Ein VW Tiguan steht vor einem Autohaus in St. Petersburg.
Ein VW Tiguan steht vor einem Autohaus in St. Petersburg.

Deutsche Autobauer geben die moralisch richtige Antwort auf Russlands Ukraine-Krieg. Für den Markt in Deutschland hat dies allerdings auch Folgen.

Mercedes-Benz macht es, Volkswagen macht es, Porsche macht es: Deutsche Autobauer legen im Geschäft mit dem Aggressor-Staat Russland eine Vollbremsung hin. Die Produktion vor Ort wurde, zumindest vorerst, eingestellt. Auch werden keine Autos mehr dorthin geliefert. Dieser Schritt war überfällig. Er verdient Anerkennung. Denn wenn die internationale Ächtung Russlands auf dem Weg der Diplomatie und der Sanktionen Erfolg haben soll, dann dürfen gerade deutsche Autobauer mit ihren begehrten Produkten nicht kneifen.

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Moral das Maß der Dinge

Auf Geschäft zu verzichten – welches Unternehmen macht dies schon gern. Zudem hat der Russland-Boykott auch im Heimatmarkt Deutschland Auswirkungen auf Zulieferketten und Arbeitsauslastung – dies alles angesichts der Corona-Problematik und zusätzlich zum Halbleiter-Mangel. Aber der moralisch-wirtschaftliche Druck auf Russland ist jetzt das Maß der Dinge.

Es ergeben sich freilich heikle Folgefragen: Wird der Autoverkauf jetzt auch in anderen Staaten eingestellt, die etwa die Menschenrechte mit Füße treten? Oder darf man Luxusautos auch an mutmaßlich Kriminelle und Halbwelt-Größen verkaufen? Hier kommt wohl eher das Geschäft – und dann die Moral.

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