Auto-Test
Renault Megane E-Tech: Freiheit für die Füße
Letzteres kommt daher, dass die Batterie im Boden eingebaut ist, was als Nebeneffekt eine stabile Straßenlage zur Folge hat. Die Karosserie auf großen 20-Zoll-Rädern wirkt insgesamt bullig, unter anderem deshalb, weil ihr Greenhouse (englisch: Gewächshaus), also der obere Teil mit den Fenstern, sehr zierlich ausgefallen ist.
Innen
Zum Einstieg klappen die versenkten vorderen Türgriffe automatisch aus, danach ertönt ein bombastischer elektronischer Klang, den man wahrscheinlich abschalten kann, wenn man ihn im Menü auf dem großen Bildschirm in der Mitte der Armaturentafel findet. Der Bildschirm grenzt unmittelbar an eine kleinere Fläche vor dem Lenkrad, auf der sich die notwendigen aktuellen Informationen einprogrammieren lassen.
Mit einem gewissen Anspruch an französische Eleganz werden im Innenraum textile Gewebe und sogar ein velourähnlicher Stoff verwendet. Bemerkenswert ist die Fußfreiheit der Hinterbänkler, weil der Boden durchgehend völlig eben ist. Das ist den Konstrukteuren bei der Verlängerung des Ladebodens durch Umklappen der hinteren Sitzlehnen leider nicht gelungen: Hier stört eine Stufe.
Antrieb
Der vollelektrische Megane von Renault zu Preisen ab 35.200 Euro, der mit den Verbrenner-Modellen nur den Namen gemein hat, nutzt die gleiche Antriebsplattform wie der Ariya des Allianzpartners Nissan. Allerdings: Das getestete Renault-Spitzenmodell – der Testwagen in Techno-Ausstattung kostet mindestens 42.900 Euro – hat so viel PS wie bei Nissan bereits die Einstiegsmotorisierung bietet.
Die Akku-Kapazität von 60 Kilowattstunden soll laut WLTP-Messung für 450 Kilometer Reichweite genügen. Das ist zumindest in der kühleren Jahreszeit in Mitteleuropa die reine Schönfärberei, um es freundlich auszudrücken: Während des Tests wurden an einem kühlen Morgen in den Bergen mit einer Außentemperatur von 6 Grad bei 100 Prozent Ladung lediglich 336 Kilometer vorhergesagt. Dementsprechend lag unser gesamter Testverbrauch deutlich über dem WLTP-Wert.
Unterwegs
Drei Fahrprogramme sind wählbar – nimmt man Eco, um möglichst weit zu kommen, muss man mit zäher Beschleunigung beim Einordnen in Schnellstraßen rechnen. Die Heckscheibe wirkt wie ein schmaler Schlitz, der weder in Fahrt gute Sicht bietet, geschweige denn beim Rangieren nach rückwärts. Die Kamera ist bei regnerischem Wetter keine wirkliche Hilfe, weil ihre Linse dann leicht verschmutzt.
PLUS UND MINUS
Stabile Straßenlage, eleganter Innenraum, viel Fußfreiheit im Fond. – Sicht nach hinten eingeschränkt, Stufe im verlängerten Laderaumboden.
Autogramm
Renault Megane E-Tech 220 Comfort Range Techno
Typ: Kompaktwagen; Preis: 42.900 Euro; Länge: 4,20 Meter; Breite: 1,77 Meter; Höhe: 1,51 Meter; Radstand: 2,69 Meter; Leergewicht: 1711 Kilogramm; Zuladung: 477 Kilogramm; Kofferraum: 440 Liter; Sitze: 4+1; Motor: Fremderregter Synchron-Elektromotor; Leistung: 218 PS/160 kW; Drehmoment: 300 Newtonmeter; Spitze: 160 km/h; 0 auf 100 km/h: 7,4 Sekunden; Batterietyp: Lithium-Ionen-Akku; Batteriekapazität: 60 Kilowattstunden (kWh); Ladeleistung: 130 kW; Reichweite (WLTP): 450 Kilometer; Stromverbrauch (WLTP): 15,7 kWh/100 Kilometer; Testverbrauch: 19,2 kWh/100 Kilometer, entsprechender CO