Frankfurter Börsen-Info
Trotz Inflation: Aktienmärkte im Höhenflug
Von Matthias Schiermeyer
Anhaltende Freude darüber, dass die Inflation in Deutschland im Mai überraschend auf 2,6 Prozent gesunken ist, ist nicht zu empfehlen. Sobald der Tankrabatt ausläuft, dürfte sie wieder steigen. Hohe Energiepreise verteuern Lebensmittel, Industriegüter und Dienstleistungen – das trübt den Blick auf das zweite Halbjahr.
Das Inflationsbiest sei wieder aus dem Käfig ausgebrochen, sagt daher auch LBBW-Chefvolkswirt Moritz Kraemer. Der Iran-Krieg habe es hervorgelockt. Allerdings werde es nicht so wüten wie 2022/2023. Da seien die Währungshüter der Europäischen Zentralbank wachsam genug; nicht noch einmal dürfe die Glaubwürdigkeit des Euro so beschädigt werden, indem die Inflation in kürzester Zeit durch die Decke gehe.
Zinserhöhung am 11. Juni?
Insofern geht Kraemer fest von einer Leitzinserhöhung am 11. Juni um wahrscheinlich 25 Basispunkte aus – und von einem weiteren Anstieg im dritten Quartal. Auch die Commerzbank erwartet zwei Zinserhöhungen.
Die Zeiten, in denen derlei Anhebungen die Börse schreckten, sind passé. Vielmehr ist man an den Märkten weiter in Rekordsphären. Die Mehrheit der Akteure setzt darauf, dass die Entspannungssignale aus Washington und Teheran zum Durchbruch führen. Und die Anleger stürzen sich weiter auf Hightech-Werte – der KI-Boom nimmt kein Ende.
Computerkonzern Dell steigert Umsatz mit KI immens
Im Schatten von Nvidia & Co. gibt es märchenhafte Geschichten. Beim US-Computerkonzern Dell etwa: Im ersten Geschäftsquartal explodierte der Umsatz mit KI-Servern um 757 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; der Gewinn legte um 256 Prozent zu. Die Aktie wurde um 33 Prozent nach oben katapultiert – das Plus beträgt 2026 schon 230 Prozent. Die Aktienmärkte entwickelten sich dank der sehr gut verlaufenen Gewinnsaison in den USA im zweiten Quartal positiv: Der Dax etwa legte seit Anfang April um elf Prozent zu.