Brauerei
Park & Bellheimer: Bier fließt wieder in Strömen
„Ich bin überzeugt, dass unser Haus auf einem soliden Fundament steht und für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet ist.“ Seine Aussage untermauerte Roald Pauli, Vorstand der Brauerei Park & Bellheimer AG bei der Hauptversammlung, die am Donnerstag als Videokonferenz stattfand, mit Zahlen.
Angesichts der sich reduzierenden Corona-Einschränkungen habe die Brauwirtschaft ihren Absatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern können. Allerdings fehlten immer noch 5,5 Prozent gegenüber 2019. Bedingt durch den hohen Gastronomieanteil der Brauerei, sprich viel Fassbierverkauf, habe sich die Brauerei Park & Bellheimer jedoch deutlich besser entwickelt als die Branche. So sei der Umsatz im ersten Halbjahr auf 10,6 Millionen Euro geklettert und liege somit 1,1 Prozent über dem Ergebnis von 2019; im ersten Halbjahr 2021 seien es 6,5 Millionen gewesen, sagte Pauli auf Anfrage der RHEINPFALZ. Auch die alkoholfreien Getränke, die unter der Marke Bellaris verkauft werden, hätten mit einem Absatzplus von 18 Prozent stärker zugelegt als die Mineralbrunnenbranche mit nur 3 Prozent; pandemiebedingt habe sie in den Jahren 2020 und 2021 etwa 8,5 Prozent verloren.
Mitarbeiterzahl konstant
Zur von Corona und ungünstigem Wetter beeinflussten Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr sagte Pauli, dass der Getränkeausstoß mit knapp 253.000 Hektolitern um rund 2,2 Prozent über dem Vorjahresvergleichswert liege. Aufgrund der Verschiebung der Absatzsegmente sei der Umsatz leicht auf 15,8 Millionen Euro gesunken, nach rund 16 Millionen im Jahr zuvor. Im Gegensatz zum Jahr 2020, das mit einem Minus von 560.000 Euro endete, sei nun ein Konzernjahresüberschuss von 5000 Euro erzielt worden. Das Ergebnis vor Steuern wird im Geschäftsbericht mit 433.000 Euro ausgewiesen (2020: -651.000 Euro). Die Mitarbeiterzahl von rund 130 sei konstant geblieben. Nach früheren Angaben arbeiten davon etwa ein Drittel am Unternehmenssitz in Pirmasens und zwei Drittel am Produktionsstandort in Bellheim.
Dass die Personalausgaben auf 7,5 Millionen Euro gesunken sind, erklärte Pauli damit, dass man im vergangenen Jahr das Instrument der Kurzarbeit genutzt und so die Aufwendungen um 1 Million Euro reduziert hat. Den Cashflow, also den Zu- und Abfluss liquider Mittel im Geschäftsjahr 2021 bezifferte Pauli auf 3,8 Millionen Euro (721.000 Euro). Zur Finanzierung seiner Geschäftstätigkeit stehen dem Unternehmen im laufenden Jahr 6,7 Millionen Euro zur Verfügung, heißt es im Geschäftsbericht.
Keine neuen Produkte geplant
Nachdem im vergangenen Jahr trotz aller Erschwernisse noch sämtliche millionenschweren Investitionen durchgezogen worden seien, kündigte Pauli für dieses Jahr keine größeren Investitionen an. Die Frage eines Aktionärs, ob aktuell neue Produkte geplant sind, verneinte der Brauereichef. Das Unternehmen sei mit seinen Marken Park, Bellheimer, Valentins Weißbier, Rheingönheimer Weizenbier und Bellaris gut aufgestellt. Zudem sehe er derzeit im breiten Sortiment keine Lücke. Pauli machte aber auch deutlich, dass es in Zukunft weitere Neuerungen geben soll. Er wies darauf hin, dass man darauf setze, den Zuckeranteil in den alkoholfreien Getränken zu reduzieren. Zuckerersatzstoffe seien keine Alternative, „weil die noch den Geschmack beeinträchtigen“.
Pauli, der seine gemeinsam mit seiner Frau gehaltene Aktienmehrheit nach eigenen Angaben von 81,29 auf 84,8 Prozent erhöht hat, sagte der RHEINPFALZ, dass sich die Brauerei gut entwickelt. Einem Aktionär antwortete er, dass sich die Anzahl der von der Brauerei belieferten Gastronomiebetriebe kontinuierlich erhöhe. Er sprach von 1600 bis 1700 Betrieben im Einzugsgebiet des Unternehmens; zu rund 1400 davon gebe es vertragliche Verbindungen. Hauptabsatzgebiet sei die Pfalz und außerhalb davon das Elsass und die Metropolregion Rhein-Neckar.