Cyber-Sicherheit
Online-Account gehackt: Was tun?
Gehackte E-Mail-, Shopping- oder Social-Media-Accounts werden immer wieder von den Tätern missbraucht. Diese können unter dem Namen ihrer Opfer E-Mails verschicken, im Onlineshop einkaufen sowie Bilder, Videos und Texte posten. Häufig ändern sie auch die Zugangsdaten. „Wer auf den eigenen Account nicht mehr zugreifen kann, muss schnell handeln, um weiteren Schaden abzuwenden. Leicht auffindbare Informationen sind dann unabdingbar“, sagt Kathrin Körber, Juristin der Verbraucherzentrale Niedersachsen.
Was haben die Verbraucherschützer untersucht?
Die Verbraucherschützer haben aktuell untersucht, welche Kontaktinformationen und Handlungsanweisungen Betroffene eines Hacker-Angriffs auf den Internetseiten von 14 ausgewählten Online-Dienstleistern finden. Dazu gaben sie Suchbegriffe wie „Account gehackt“, „Konto gesperrt“ und „Hacking“ ein. Außerdem prüften sie, ob ein telefonischer Kontakt möglich ist – „für Betroffene oftmals der einfachste Weg der Kontowiederherstellung“, so Fachfrau Körber.
Wo liegt das Problem?
Das Ergebnis laut Verbraucherzentrale: Die Anbieter in der Stichprobe machen die Suche nach wichtigen Informationen „oft unnötig schwer“. Negativ fällt demnach vor allem web.de auf. Keiner der sieben ausprobierten Suchbegriffe habe zu einem Treffer geführt. „Das ist besonders ärgerlich, da es für kostenlose web.de-Konten seit 2022 keinen Telefonservice mehr gibt“, monieren die Verbraucherschützer. Auch 1&1, Amazon, Klarna und Telekom konnten bei der Suche „nicht durchgängig überzeugen“, wie es im Testbericht heißt. Nur eBay biete ein gutes Gesamtpaket aus Suchfunktion und telefonischem Kundenservice. Auch Gmail habe bei der Online-Suche „gut“ abgeschnitten – „einen Telefonservice suchen Betroffene hier allerdings vergebens“.
Wo bekomme ich Hilfe?
Die Verbraucherzentrale hat Anleitungen zur Kontowiederherstellung für die 14 untersuchten Online-Anbieter zusammengestellt. Besonders viele Schritte sind demnach etwa bei Instagram und web.de erforderlich. Einfacher ist das Abmelden des Hackers bei WhatsApp: Der rechtmäßige Kontenbesitzer meldet sich mit seiner Telefonnummer erneut bei WhatsApp an und gibt den Code ein, den er per SMS erhält.
Für Facebook, Gmail und Yahoo enthält die Zusammenstellung der Verbraucherzentrale je einen Link zum Anbieter. Die Telefonnummer der Hotline, über die das Konto gesperrt und wiederhergestellt werden kann, finden Betroffene für 1&1, Amazon, eBay, GMX, Klarna, PayPal, Telekom und Vodafone. Die Anleitungen sind kostenfrei abrufbar: www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de, Suchwort: Konto-Zugriff.