Sonderposten Ob Briefmarke oder Sprudelkiste: Ohjeeeee, ohjeeeee – Montagmorgen
„I don’t like Mondays“ (Ich mag keine Montage), hieß 1979 ein Hit der irischen Pop-Band Boomtown Rats mit Bob Geldof als Leadsänger. Das Lied hatte einen tragischen Hintergrund, nämlich ein Schulmassaker in den USA. Doch es kommt einem auch immer wieder dann in den Sinn, wenn gerade nach einem schönen Wochenende am Montagmorgen so gar nichts richtig klappen will.
Beispiel 1 – in einer Post-Filiale: Der Kunde freut sich schon, denn es ist keine Warteschlange vor ihm. Gerade mal eine einzige Frau steht leicht gebeugt am Tresen. Na, das wird ja flott gehen, denkt der Kunde, der lediglich wegen einer 15-Cent-Marke ansteht. Denn beim Frankieren des 22-Gramm-Briefs zu Hause hatte er nur eine 80er-Marke parat. Das korrekte Porto für diese Gewichtsklasse sind jedoch 95 Cent.
Doch es war nichts mit flott. Die Dame ließ sich in aller Seelenruhe Briefmarkenbogen für Briefmarkenbogen zeigen, um dann jeweils nur zwei, drei und vier Marken, oder teilweise auch nur eine Marke auszuwählen. Eine Philatelistin? Eine Kundin, die Briefe an ihre Enkel mit Sondermarken garnieren möchte?
Dem Wartenden reichte es. Hinter ihm standen inzwischen schon andere Leute. Da legte er das Kuvert mit den 15 Cent obendrauf seitlich auf den Tresen und bat die Filialdame, die Marke später draufzukleben. Die willigte zum Glück ein. Andernfalls hätte der Wiener Poet André Heller mit diesem Satz Recht gehabt: „Man gibt einen Brief auf – so viel Resignation steckt schon im Postwesen“.
Die Kasse schlief noch
Beispiel 2 – in einem Getränkemarkt, wenig später: Das Sonderangebot besagt: Kaufe drei Kisten Mineralwasser, zahle aber nur zwei. Also her damit. Doch die Kasse war noch im Tiefschlaf. Dort war das Sonderangebot nicht registriert. Also reklamieren. Stornieren. Einen neuen Kassenzettel erhalten. Sich den erklären lassen. Dann: alles gut.
Aber: Es war einmal mehr sonnenklar, dass Montage anderen nicht das Wasser reichen können, zum Beispiel Samstagen.