Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Neue ICE-Strecke: Aus Provisorium das Beste machen

Die neue Schnellstrecke von Wendlingen nach Ulm wird ab 11. Dezember planmäßig befahren.
Die neue Schnellstrecke von Wendlingen nach Ulm wird ab 11. Dezember planmäßig befahren.

Trotz der Defizite bei der Einbindung ins Schienennetz ist es richtig, die neue Schnellstrecke schon für den Ausbau des ICE-Angebots zu nutzen.

Die Schnellstrecke von Wendlingen nach Ulm war nie so heiß umstritten wie der Tiefbahnhof, der als „Stuttgart 21“ bekannt ist. „Stuttgart 21“ braucht zwingend die Neubaustrecke, dagegen wäre eine neue ICE-Strecke auch ohne Tiefbahnhof möglich gewesen. Allerdings gibt es bei Inbetriebnahme der neuen Strecke jetzt lediglich eine provisorisch wirkende Verknüpfung mit dem übrigen Netz, die ein Nadelöhr sein wird.

In der Praxis wird es hier sicher immer wieder zusätzliche Verspätungen geben, wenn Züge ihren Slot auf dem eingleisigen Abschnitt verpassen. Trotz dieser Mängel ist es in der gegebenen Situation aber sicher richtig, die neue Infrastruktur für den Ausbau des ICE-Angebots zu nutzen. Die Verlagerung von Fernzügen auf die Schnellstrecke erlaubt auch Verbesserungen im Regionalverkehr auf der Strecke im Filstal, die große Bedeutung für Pendler nach Stuttgart hat. Auch wenn die Neubaustrecke sinnvoll ist, war es aber falsch, ihr wegen „Stuttgart 21“ Vorrang vor dem verkehrlich sehr viel dringenderen Projekt Mannheim–Frankfurt einzuräumen.

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