Wirtschaft Meldungsmarkt: Ex-Audi-Manager Hatz kommt gegen Millionen-Kaution frei

Der ehemalige Audi- und Porsche-Manager Wolfgang Hatz kommt nach fast genau neun Monaten aus der Untersuchungshaft frei. Der 59-Jährige muss aber eine Kaution von 3 Millionen Euro zahlen und darf nicht mit anderen Beteiligten an dem Dieselskandal in Kontakt treten, wie ein Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft gestern sagte. Es bestehe aber weiterhin dringender Tatverdacht, Flucht- und Verdunkelungsgefahr, betonte das Oberlandesgericht München. Hatz darf Deutschland nicht verlassen und muss sich regelmäßig bei der Polizei melden. Die Haftentlassung gilt als Zeichen dafür, dass die Strafverfolger bei ihren Ermittlungen in der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen vorankommen sind. Der ehemalige Audi-Vorstandschef Rupert Stadler bleibt dagegen in Untersuchungshaft. Er war vor gut einer Woche überraschend wegen Betrugsverdachts im Zusammenhang mit dem Dieselskandal verhaftet worden und sitzt seither im Augsburger Gefängnis. Seine Vernehmung soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Die EU-Kommission hat Bedenken gegen die Übernahme des weltweiten Nylon-Geschäfts der belgischen Solvay-Gruppe durch die BASF und leitet eine vertiefte Prüfung ein. Insbesondere befürchtet sie höhere Preise in der Produktionskette für Alltagsgegenstände wie Kleidung, Sportschuhe oder Teppiche, aber auch für die Industrie, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF hatte die Übernahme des Polyamid-Geschäfts von Solvay für 1,6 Milliarden Euro im September 2017 angekündigt und am 22. Mai bei der EU-Kommission angemeldet. Mit dem Zukauf will die BASF ihre Sparte technische Kunststoffe für die Transport-, Bau- und Konsumgüterindustrie stärken. Das neue Unternehmen hätte laut EU-Kommission die Kontrolle über wesentliche Teile der Handelsmärkte und Produktionskapazitäten. Zudem wären Wettbewerber darauf angewiesen, von dem neuen Marktführer Vorprodukte für die Nylonproduktion zu beziehen. Die Kommission hat für ihre Entscheidung Zeit bis zum 31. Oktober. An den neun Binnenhäfen in Rheinland-Pfalz wird mehr umgeschlagen als vor einem Jahr. Das Statistische Landesamt vermeldet im ersten Quartal 2018 einen Güterumschlag von etwa 5,5 Millionen Tonnen. Das sind knapp 18 Prozent mehr als von Januar bis März 2017. Der größten Binnenhafen des Landes in Ludwigshafen erzielte ein Plus von 53,3 Prozent. Diese hohen Zuwächse führt das Landesamt auf zwei Sonderfaktoren zurück: So hemmte das im ersten Quartal 2017 herrschende Niedrigwasser am Rhein den Güterumschlag erheblich. Außerdem musste sich Ludwigshafen von den Nachwirkungen des Großbrands im Oktober 2016 im Nordhafen erholen. Zum Vergleich: 2016 waren an den Binnenhäfen im ersten Quartal noch 5,6 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen worden.