Meinung
Lieferengpässe in der Wirtschaft: Inflationsverstärker
Die Inflationsrate in Deutschland sprang im Juli auf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren. Die Verbraucherpreise lagen um 3,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Und noch in diesem Jahr werden wir wohl noch höhere Teuerungsraten erleben. Denn die Preistreiber sind da. Wegen Lieferengpässen müssen fast alle Unternehmen bereits höhere Einkaufspreise zahlen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis weitere Preiserhöhungen beim Endverbraucher ankommen.
Außenhandelsexperten gehen davon aus, dass die Nachschubprobleme kein kurzfristiges Phänomen sind. Hinzu kommt, dass die ungewöhnlich hohe weltweite Nachfrage auch zu Lohnerhöhungen in so bedeutenden Exportländern wie China führen wird. Auch das löst in der Folge weitere anhaltende Preiserhöhungen aus. Und die ungewohnt hohe Inflation wird hierzulande zu höheren Lohnforderungen bei den Gewerkschaften führen. Die Lokführergewerkschaft GDL argumentiert in ihrem aktuellen Arbeitskampf bereits genau so. Auch das wird weitere Preiserhöhungen auslösen. Das alles bedeutet: Die hohen Inflationsraten werden uns wohl länger erhalten bleiben.
