Wirtschaft Lichtblick für Bahnkunden
Aus Sicht der Fahrgäste macht der neue Talgo-Zug für die Deutsche Bahn einen deutlich besseren Eindruck als der doppelstöckige IC 2.
Fahrgäste der Deutschen Bahn (DB) haben derzeit häufig unter dem überalterten Fahrzeugmaterial der Fernzüge zu leiden. Viel zu oft sind Wagen defekt oder fehlen in manchen Intercity-Zügen sogar ganz, so dass Züge mit reduziertem Platzangebot unterwegs sind. Immerhin gibt es mittelfristig Aussicht auf Besserung. Die DB hat zahlreiche neue Fahrzeuge bestellt. Einiges Aufsehen erregt hat die Entscheidung der DB, erstmals einen Auftrag für eine größere Anzahl von Zuggarnituren an den spanischen Hersteller Talgo zu vergeben. Gestern wurden Details zu den neuen Fahrzeugen bekannt. Was dabei zu sehen war, stimmt hoffnungsvoll, dass die Züge deutlich mehr Komfort bieten als die IC 2 genannten Doppelstockgarnituren. Die neueste IC-2-Version sorgt auf der Intercity-Linie von Karlsruhe über Stuttgart nach Nürnberg bisher durch häufige Störungen für viel Ärger. Besonders lobenswert ist, dass die von der DB als ECx bezeichneten Talgo-Garnituren ein zumindest optisch attraktives Bistro bekommen. Das gastronomische Angebot ist eine zentrale Schwachstelle des IC 2. Der IC 2 ist (so er stabil läuft) zwar ein geeignetes Fahrzeug für Linien, die wegen kritischer Rentabilität gefährdet sind oder in Fällen, bei denen ein Fernverkehrsangebot überhaupt erst wieder eingeführt werden soll – etwa auf früheren Interregio-Linien, die gestrichen wurden. Wenn der nur für Tempo 160 zugelassene IC 2 aber klassische Intercity-Garnituren ablöst, bedeutet er oft eine Verschlechterung – insbesondere auf Linien, auf denen die Strecke eigentlich Tempo 200 erlaubt. Der neue ECx wäre deshalb für die Intercity-Linie von Stuttgart über Mannheim, Mainz und Koblenz nach Köln als Nachfolger heute dort eingesetzter Fahrzeuge deutlich besser geeignet als der IC 2.