Kommentar
Konsolen-Krise: Lieferprobleme statt Angebots-Pakete
Ein Jahr werden die aktuellen Konsolen von Sony und Microsoft in diesem Herbst alt. Die Playstation 5 wurde am 19. November 2020 zum ersten Mal verkauft, die Xbox Series X steht seit dem 10. November in den Händlerregalen. Oder eben nicht. Denn beide Spielgeräte sind seit ihrer Markteinführung selten. Oft lassen sich die Topmodelle nur mit viel Glück oder guten Kontakten ergattern.
Weil in Zeiten von Corona oft Geld gespart wurde, das sonst für Kino- und Konzertbesuche ausgegeben worden wäre, ist mehr Geld für andere Freizeitaktivitäten da – etwa den Kauf einer Konsole. Während die Nachfrage steigt, gibt’s gleichzeitig Probleme mit der Chip-Produktion und obendrauf noch Schwierigkeiten mit der weltweiten Schifffahrt und der Logistik: Seit Monaten sorgen die Playstation 5 und die Xbox Series X damit für Aufsehen, dass sie nur mit Glück zu bekommen sind.
Dabei müssten sich die Firmen spätestens jetzt, im zweiten Weihnachtsgeschäft der Konsolengeneration, mit Angebots-Paketen und spektakulären Spielen überbieten, um so Käufer für sich zu begeistern. Doch das können Sony und Microsoft sich im Wortsinne sparen. Schließlich werden ihnen die Konsolen aus den Händen gerissen. Die Hersteller können sich also entspannt zurücklehnen. Klar, ein paar Hunderttausend Konsolen mehr zu verkaufen wäre schon schön, aber die gehen dann eben 2022 über die Ladentheke. Netter Nebeneffekt für die Tech-Riesen und Händler: Damit überhaupt eine Spielkonsole unterm Weihnachtsbaum liegt, kaufen unbedarfte Eltern oder Großeltern noch die Vorgängerkonsolen – Playstation 4 und Xbox One. Für Kunden ist das eine unbefriedigende Situation.
