Wirtschaft
Kommentar: Wichtige Weichen richtig gestellt
Der regionale Bahnverkehr ist bei dem kommunal dominierten und aktuell von Fritz Brechtel geleiteten Zweckverband in guten Händen.
Die Klimaschutz-Diskussion hat das Thema Schienenverkehr stark aufgewertet. An Forderungen nach einem Ausbau des Zugangebots fehlt es derzeit nicht. Zuständig für deren Erfüllung ist der Zweckverband mit Sitz in Kaiserslautern, an dessen Spitze derzeit der Germersheimer Landrat Fritz Brechtel (CDU) steht. Brechtel verwies gestern zu Recht auf die finanziellen Restriktionen. Mit dem Klimaschutzpaket der Bundesregierung werden zwar die Regionalisierungsmittel, die die Länder vom Bund für den Bahnverkehr bekommen, erhöht. Ein großer Teil des Mehrbetrags wird aber von steigenden Infrastrukturgebühren der Deutschen Bahn aufgefressen.
Ausgleich zwischen Fläche und Ballungsgebieten
Die am Mittwoch in Neustadt getroffene Entscheidung für die Akku-Hybrid-Triebwagen ist ein gutes Beispiel für einen vernünftigen Kompromiss zwischen den Zielen, etwas für den Klimaschutz zu tun und gleichzeitig die Kosten im Auge zu behalten. Der Zweckverband muss auch einen Ausgleich finden zwischen einer Grundversorgung für die ländlichen Gebiete etwa in der Westpfalz und den dringenden Bedürfnissen in den Ballungsgebieten wie jetzt akut vor allem in Ludwigshafen. Bisher ist das recht gut gelungen. Es gibt jedenfalls keinerlei Anlass für Pläne, die kommunal dominierten Zweckverbände zu entmachten und deren Befugnisse de facto ins Mainzer Wirtschaftsministerium zu verlagern.
Marold Wosnitza ist gute Wahl
Eine gute Wahl ist auch der Zweibrücker Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) als neuer stellvertretender Verbandsvorsteher. Wosnitza identifiziert sich nicht nur stark mit der S-Bahn-Verlängerung nach Zweibrücken, sondern hat sich auch schon für die Belebung des Zweibrücker Bahnhofsgebäudes engagiert, das historisch bedeutend, aber leider in alles andere als exzellentem Zustand ist. Wosnitza bringt damit gute Voraussetzungen dafür mit, an die Tradition eines für den regionalen Bahnverkehr engagierten Pfälzer Oberbürgermeisters anzuknüpfen, die im gleichen Amt der damalige Speyerer OB Werner Schineller (CDU) begründet hat.