Wirtschaft Kommentar: Reserve hat keine Ruh’

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Vor 50 Jahren holte die Bundesbahn teilweise Dampflokomotiven von den Abstellgleisen. Im Einsatz war damals auch die Schnellzuglok 01 202, die 2014 in der Pfalz zu sehen war.

Die Bahn sollte nicht wieder den Fehler machen, ältere Fahrzeuge, die noch als Reserve dienen können, voreilig auszumustern.

Trotz aller Probleme in puncto Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit steigen in den Fernzügen der Deutschen Bahn (DB) die Fahrgastzahlen. Im Interesse von Umwelt- und Klimaschutz ist das erfreulich. Immer häufiger werden aber in den Zügen die Plätze knapp. Wenn es Probleme durch fehlende Kapazitäten gibt, lassen die sich durch die Bestellung von Neufahrzeugen erst mittelfristig lösen. Kurzfristig lässt sich eher dadurch etwas erreichen, dass ältere Fahrzeuge länger in Betrieb gehalten werden als vorgesehen – auch wenn das angesichts des fortgeschrittenen Alters der meisten Intercity-Wagen mit einigen Kosten verbunden und nicht sehr prestigeträchtig ist. Als vor 50 Jahren die Bundesbahn von unerwartet hohen Nachfragezuwächsen überrascht wurde, ließen die sich nur dadurch einigermaßen bewältigen, dass teilweise schon abgestellte Dampflokomotiven reaktiviert wurden. Das war nicht werbewirksam, aber auf jeden Fall besser als Züge ausfallen zu lassen wie es derzeit noch immer viel zu oft passiert, weil es an Reserven mangelt.

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