Wirtschaft Kommentar: Ohne Kriegsgeheul

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In der Handelspolitik fallen die Töne in Brüssel zu Recht jetzt deutlich

moderater aus als in den ersten

Reaktionen auf Trumps Strafzölle.

Die EU hat erst laut gebrüllt, als der US-Präsident Donald Trump seine drakonischen Strafzölle ankündigte. Man werde sich das nicht gefallen lassen und mit Strafzöllen dagegenhalten. Harleys, Bourbon und Jeans habe man im Visier, wurde im Handelskrieger-Vokabular verkündet. Doch je näher der Tag der Verkündung in Washington kommt, wen die Zölle denn nun treffen werden, desto weniger martialisch fällt die Rhetorik in Brüssel aus. Vermutlich haben daran besonnene Stimmen aus den Hauptstädten ihren Anteil. Die Handelspolitik ist in der EU vergemeinschaftet. Das heißt: Die Kommission entscheidet, wo es langgeht. Doch es ist kein Geheimnis, dass etwa Angela Merkel nichts davon hält, Trump mit der Ankündigung von scharfen Gegenmaßnahmen weiter zu provozieren. Hinzu kommt: Offensichtlich versuchen etliche Politiker, die von Wirtschaft Ahnung haben, immer noch alles, um Trump dazu zu bewegen, die engsten Handelspartner der USA wie etwa die Europäer von den Strafzöllen auszunehmen. Trumps Konstante ist die Unberechenbarkeit. So kann es etwa durchaus sein, dass der Furor des America-first-Politikers wieder nachlässt, wenn bestimmte Ereignisse in den USA erst einmal über die Bühne gegangen sind. Da ist es die richtige Strategie der Europäer, auf Sicht zu fahren und sich streng an das WTO-Recht zu halten. Daher agiert die EU-Kommission jetzt in einer Doppelstrategie. Sie verurteilt zum einen die angekündigten Strafzölle als das, was sie sind: schädlich. Und sie kündigt mögliche Gegenmaßnahmen an. Diese Maßnahmen sind wohl proportioniert: Sie würden die US-Exporte nach Europa etwa halb so sehr treffen wie die Strafzölle, die Trump im Sinn hat. Auf der anderen Seite sucht Brüssel den Schulterschluss mit anderen Handelspartnern: Wenn es gelänge, die Bande in der Welt für den Freihandel fester zu zurren, könnte die EU am Ende sogar besser dastehen, wenn der Trump-Spuk vorbei ist.

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