Wirtschaft Kommentar: Heuschrecke am Werk?

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Was bei CS Schmal abgelaufen ist, lässt sich kaum noch mit Naivität und Überforderung des neuen Eigentümers Gramax erklären.

Als Heuschrecken werden Unternehmen bezeichnet, die andere Firmen nur zu dem Zweck übernehmen, möglichst viel aus ihnen herauszuholen – egal, was aus diesen wird. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich bei Gramax Capital um eine solche Heuschrecke handelt. Und dass der Möbelhersteller CS Schmal mit seinen 417 Beschäftigten zur Beute wurde. Zum Zeitpunkt der Insolvenz hatten jene, die in Waldmohr mit dem Scherbenhaufen zurückblieben, das Geschehen noch nicht in vollem Umfang erfasst: Es sei eher der Naivität und der Branchenfremdheit geschuldet, dass Gramax das vor einigen Jahren neu strukturierte Unternehmen trotz voller Auftragsbücher in die Zahlungsunfähigkeit geführt hatte, mutmaßten sie. Inzwischen hat sich das Bild aber gedreht. Vor allem wegen des Finanzgebarens in Waldmohr lässt sich das alles kaum mehr mit Naivität oder Überforderung erklären. Hier werden der Insolvenzverwalter, wenn die Zukunft von CS Schmal gesichert ist, und womöglich die Justiz zumindest ein wenig genauer hinschauen müssen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Die Nolte-Gruppe, ein Unternehmen mit gutem Ruf, hängt gleich doppelt mit drin – als Verkäufer von CS Schmal an Gramax und als Minderheitseigner. Denn gut 5 Prozent der Schmal-Anteile liegen noch in Germersheim. Umso verwunderlicher ist es, dass das Unternehmen hartnäckig schweigt. Nolte täte gut daran, sich zu der Angelegenheit zu äußern, um nicht mit Gramax in einen Topf geworfen zu werden und Schaden zu nehmen.

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