Wirtschaft Kommentar: Ein gutes Stück mehr E-Mobilität
Die Elektrifizierung der Strecke für BASF-Pendlerzüge passt gut in die aktuelle Diskussion über drohende Fahrverbote und Klimaschutz.
In manchen Städten, in denen nun Diesel-Fahrverbote drohen, bereut man es bitter, nicht früher und konsequenter in den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs investiert zu haben. Von heute auf morgen lassen sich zusätzliche Kapazitäten, die nun oft vermisst werden, nämlich nicht so einfach schaffen – vor allem, wenn dafür nicht nur mehr Fahrzeuge samt Personal gebraucht werden, sondern auch zusätzliche Infrastruktur nötig ist. In Ludwigshafen kann man deshalb von Glück sagen, dass schon vor längerer Zeit mit den Planungen für eine Integration der BASF ins Netz der S-Bahn Rhein-Neckar begonnen wurde. Dieses Projekt war für die Beteiligten dann aber alles andere als ein Zuckerschlecken. Frühere Zeit- und Kostenpläne haben sich als viel zu optimistisch erwiesen. Vor zehn Jahren äußerte der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) die Hoffnung, dass die Strecke in die BASF bis Ende 2011 elektrifiziert ist. Trotz aller Probleme und Verzögerungen muss man heute jedoch mehr denn je froh sein, dass das Projekt ungeachtet aller Widrigkeiten umgesetzt worden ist. Angesichts drohender Diesel-Fahrverbote und der sich verschärfenden Klimaproblematik ist jeder Fortschritt hin zu einem attraktiveren Nahverkehr und mehr Elektromobilität (die auf der Schiene viel besser funktioniert als auf der Straße) zu begrüßen. Allerdings ist der Fahrplan auf der neu elektrifizierten Strecke zwischen dem Ludwigshafener Hauptbahnhof und BASF Nord für eine S-Bahn – vorsichtig ausgedrückt – etwas unüblich. Nur sieben Stunden lang gibt es einen Taktfahrplan. Zu den Pendlerzeiten am Morgen und am Nachmittag fahren viele Züge außer Takt, die größtenteils schon seit Jahrzehnten gewohnte Direktverbindungen bieten. Gebrochen wird allerdings mit der jahrzehntealten Tradition, dass in den BASF-Pendlerzügen stets die ältesten noch aktiven Fahrzeuge unterwegs sind.