Wirtschaft Kommentar: Die Pfalz im Nachteil

Die 19-Euro-Tickets sind trotz ihrer Tücken ein interessantes Angebot. Der Wegfall diverser Fernzüge in der Pfalz wird dadurch noch ärgerlicher.
Über das komplizierte Preissystem der Deutschen Bahn (DB) wird oft geklagt. Allerdings wird dabei manchmal übersehen, dass das Bahnangebot sehr viel umfangreicher und komplexer ist als das von Fernbusanbietern oder Billigfliegern. Die 19-Euro-Tickets, die die DB im vergangenen Sommer in erstaunlichem Umfang angeboten und verkauft hat, sind nun ähnlich konstruiert wie die von Fernbussen. Sie haben allerdings damit auch deren Nachteile. Ärgerlich ist gerade für eine vom DB-Fernverkehr nur noch stiefmütterlich bediente Region wie die Pfalz, dass die 19-Euro-Tickets überhaupt nicht angezeigt werden, wenn man zum nächsten Fernzugbahnhof einen Regionalzug nutzt. Das schmälert den großen Vorteil, den die in Deutschland oft gute Vernetzung von Bahnfern- und -nahverkehr bietet. Lobenswert ist an den 19-Euro-Tickets aber, dass sie ins reguläre DB-Fahrkartenangebot integriert sind und es mit der Bahncard 25 weitere 25 Prozent Rabatt gibt. Die DB täte sich nämlich keinen Gefallen damit, wenn sie den Eindruck entstehen ließe, dass es die günstigsten Tickets für ihre Züge nicht bei ihr selbst gibt und die Bahncard oft keinen Vorteil bringt.