Wirtschaft Kommentar: Bescheuerte Neuregelung
Das Rheinland-Pfalz-Ticket hatte bisher gute Konditionen. Die neue Regelung für den VRN ist so absurd, dass sie dringend korrigiert gehört.
Die Einnahmeaufteilung in Verkehrsverbünden ist eine Quelle potenziell endlosen Streits. Allerdings kommt es zum Glück nicht allzu oft vor, dass der Fahrgast als Endkunde davon etwas mitbekommt oder gar darunter zu leiden hat. Zu den unrühmlichen Ausnahmen gehört nun das Rheinland-Pfalz-Ticket, das erheblich an Attraktivität verliert. Das Rheinland-Pfalz-Ticket war bisher ein Angebot, das relativ leicht zu verstehen war, weil es in allen Nah- und Regionalverkehrsmitteln galt. Für die Gültigkeit im VRN reichte ein einziger gut verständlicher Satz: Gilt in allen Verkehrsmitteln im linksrheinischen Teil. Jetzt findet man stattdessen Formulierungen, die so klingen, als habe sie sich ein boshafter Satiriker ausgedacht. Nun gilt das Ticket im VRN-Bereich nur noch in Zügen „der Produktklasse C der Verkehrsunternehmen des DB-Konzerns im ein- und ausbrechenden Verkehr mit dem Verkehrs-/Tarifverbund beziehungsweise der Verkehrsgemeinschaft“. Ein Brancheninsider nannte diese Regelung ebenso prägnant wie treffend „bescheuert“. Die Kritik am komplizierten Preissystem der DB ist oft unfair, weil die DB versuchen muss, ganz unterschiedlichen Kundenwünschen gerecht zu werden. Beim Rheinland-Pfalz-Ticket wurde nun aber völlig unnötig eine gut eingeführte und bewährte Regelung in absurder Weise geändert. Das sollte so schnell wie möglich korrigiert werden. Die Preiserhöhung beim VRN bewegt sich im üblichen Rahmen und ist undramatisch, passt aber eigentlich nicht in die Landschaft. Umweltpolitisch nötig wären Angebote, die deutlich mehr Autofahrer zum Umsteigen bewegen. In Mannheim sind solche Initiativen mit positiven Effekten auch für Ludwigshafen schon sehr konkret geplant, aber sie hängen von Zuschüssen des Bundes ab. Die stehen zwar in Aussicht, aber eine definitive Zusage lässt immer noch auf sich warten.