Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar: Öffentliche Verwaltung braucht eine Frauenquote

In wenigen kommunalen Unternehmen in Rheinland-Pfalz Realität: eine Frau an der Unternehmensspitze.  Foto: dpa
In wenigen kommunalen Unternehmen in Rheinland-Pfalz Realität: eine Frau an der Unternehmensspitze.

Um mehr Frauen in die Top-Jobs kommunaler Unternehmen im Land zu bringen, wäre eine Quote nötig. Ein Gleichstellungsgesetz reicht nicht.

Gerade, wenn es um Gleichstellung geht, kommt der öffentlichen Verwaltung eine besondere Vorbildfunktion gegenüber anderen Arbeitgebern zu. Das ist kein allgemeines Postulat: Das sagt die rheinland-pfälzische Landesregierung selbst. Allerdings wird die Verwaltung in Rheinland-Pfalz dieser Vorbildfunktion alles andere als gerecht. Das Bundesland nimmt im bundesweiten Vergleich bei der Menge von Entscheiderinnen in den Top-Etagen kommunaler Unternehmen mit 9,3 Prozent den zweitletzten Rang ein. Nur Schleswig-Holstein hat noch weniger Managerinnen zu bieten.

Den Handlungsbedarf hat man in Mainz erkannt: Die „bestehende Unterrepräsentanz von Frauen in Führungsfunktionen“ in der Landes- und Kommunalverwaltung ist bekannt. Dabei hat das Land als eines der ersten Bundesländer seit 1995 ein Landesgleichstellungsgesetz. Weil es binnen 20 Jahren wenig bewirkte, wurde es 2015 novelliert. Das Ziel der Politik der Landesregierung sei nunmehr, „mit guten Rahmenbedingungen Partnerschaftlichkeit und Chancengerechtigkeit auf allen Ebenen für Frauen und Männer gleichermaßen zu ermöglichen“.

Selbst kaufmännische oder juristische Top-Jobs werden oft mit Männern besetzt, obwohl dafür ausreichend qualifizierte Frauen zur Verfügung stünden. Mitunter mag ihnen das richtige Parteibuch zum Sprung auf der Karriereleiter fehlen. Oft aber ist für Frauen der – bei ihnen selbst nicht minder – weit verbreitete Fehlschluss der Karrierekiller, Männer seien qua Geschlecht als Manager geeigneter. In diesem Punkt auf Bewusstseinswandel zu hoffen, zeugt von Optimismus. Eine verbindliche Quote wäre ein taugliches Mittel.

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