Wolfstein RHEINPFALZ Plus Artikel KOB investiert 50 Millionen Euro und beendet die Kurzarbeit

Der markante Eingangsbereich von KOB in Wolfstein.
Der markante Eingangsbereich von KOB in Wolfstein.

Die zur Hartmann-Gruppe gehörende KOB GmbH wird in den nächsten fünf Jahren rund 50 Millionen Euro in Gebäude und Infrastruktur in Wolfstein investieren. Zudem beendet der Hersteller medizinischer Textilien im Mai die Kurzarbeit.

Im vergangenen Sommer hatte KOB Kurzarbeit für seine aktuell rund 770 Mitarbeiter – damit ist das Unternehmen der größte Arbeitgeber im Landkreis Kusel – angezeigt. Im Schnitt blieben die Mitarbeiter einen Tag pro Woche zu Hause. Doch schon ab Spätherbst waren sukzessive ganze Abteilungen aus der Kurzarbeit zurückgekehrt. Im Mai soll nun die Kurzarbeit komplett beendet werden.

„Die Kunden haben gelernt, mit der Pandemie umzugehen“, spricht Achim Hehl, Vorsitzender der Geschäftsführung, von einer wieder deutlich anziehenden Nachfrage. Mit Beginn der Pandemie hatte KOB zunächst viele Aufträge erhalten, weil sich die Kunden aus Angst vor einer Unterbrechung der Lieferketten eingedeckt hatten. Doch nach wenigen Monaten hatte sich das ins Gegenteil gekehrt: Wegen voller Läger ließ die Nachfrage vorübergehend nach. Nun ist KOB wieder auf Wachstumskurs.

Maschinenpark bereits erneuert

Damit dieser langfristig fortgesetzt werden kann, werden in den nächsten fünf Jahren die Gebäude am Stammsitz aufgemöbelt. Rund 50 Millionen Euro plant KOB, in diesem Zeitraum in die Infrastruktur zu stecken, die bis dato 90.000 Quadratmeter Produktionsfläche bietet.

Schon in den zurückliegenden Jahren hatte KOB einen zweistelligen Millionenbetrag in die Erneuerung des Maschinenparks gesteckt. „Ganz fertig ist man damit nie. Aber das meiste ist gemacht“, sagte Hehl im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Liefersicherheit ganz oben

Die jetzt anstehende Sanierung der Gebäude ist laut Christian Ferck, als Mitgeschäftsführer unter anderem für Personalwesen zuständig, seit mehreren Jahren akribisch geplant worden. Anders lasse sich ein solches Projekt ohne Ausweichquartier und im laufenden Betrieb gar nicht stemmen. Denn die Liefersicherheit für die Kunden habe oberste Priorität.

Die KOB GmbH – bis vergangenen Sommer firmierte sie als Karl Otto Braun GmbH & Co. KG – ist eine hundertprozentige Tochter der Hartmann AG im schwäbischen Heidenheim. KOB gilt als Marktführer für die Herstellung elastischer Binden und Gewebe für medizinische und pharmazeutische Anwendungen. Neben dem Standort in Wolfstein und einem kleinen Ableger in Kaiserslautern hat KOB noch ein Werk in Indien, in dem rund 500 Beschäftigte arbeiten. Umsatzzahlen nur für KOB werden seit einigen Jahren nicht mehr mitgeteilt.

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