Höhere Eintrittspreise
Kinokarten kosten durchschnittlich erstmals über 10 Euro
Die 1177 deutschen Kinounternehmen steigerten demnach den Ticketumsatz kräftig um gut sechs Prozent auf 924 Millionen Euro. Die höheren Erlöse resultieren allerdings zum großen Teil aus höheren Eintrittspreisen. Erstmals kostete 2025 ein Kinoticket im Schnitt mehr als zehn Euro. Noch 2021 lag der Eintritt mit 8,87 Euro im Schnitt deutlich niedriger. Nicht zuletzt Zuschläge für aufwendige 3D-Produktionen führten zu Preissprüngen.
„Nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr starteten die Kinos im Sommer 2025 richtig durch“, zeigt sich FFA-Vorstand Peter Dinges zufrieden mit den Ergebnissen. Besonders erfreulich: Mit der Western-Komödie „Das Kanu des Manitu“ schaffte es erstmals seit 2017 wieder einmal ein deutscher Film an die Spitze der meistgesehenen Produktionen und lockte allein fast 5,1 Millionen Besucher. Damit liegt der Film von Michael Herbig weit vor den US-Produktionen „Ein Minecraft Film“ (3,5 Millionen), „Lilo & Stitch“ (3,3 Millionen), „Zoomania 2“ (3,2 Millionen) und auch vor „Avatar: Fire and Ash“. Der 3D-Fantasy-Blockbuster von James Cameron lief allerdings erst Mitte Dezember an und verkaufte in nur zwei Wochen rund drei Millionen Tickets.
Die FFA verbucht es als Erfolg der hiesigen Branchenförderung, dass der deutsche Marktanteil am Ticketverkauf auf 27,4 Prozent und damit um fast sieben Prozentpunkte geklettert ist. Das sei der höchste Stand seit fünf Jahren, betont Dinges. Insgesamt wurden 2025 knapp 92 Millionen Eintrittskarten in Deutschland verkauft. Die 237 deutschen Erstaufführungen sahen 21,3 Millionen Besucher. Die US-Konkurrenz lockt pro Film im Schnitt allerdings beinahe vier Mal so viele Besucher vor die Leinwand: Mehr als 40 Millionen Zuschauer zahlten für die 121 Hollywood-Produktionen.
758.000 Sitzplätze in 4757 Sälen
Jedes Jahr fließen aus Abgaben und Steuermitteln ganz erhebliche Summen an die hiesige Filmbranche. Allein die kulturwirtschaftliche Förderung summierte sich voriges Jahr auf knapp 492 Millionen Euro, 2023 waren es 520 Millionen. Die FFA beteiligte sich mit 70 Millionen Euro an der Finanzierung von Kinofilmen, unterstützte Drehbücher und Investitionen in die Digitalisierung. Aus dem Etat von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (CDU) und dessen Vorgängerin Claudia Roth (Grüne) als Bundesbeauftragte flossen 216 Millionen. Mit 206 Millionen Euro lockten zudem die neun Förderanstalten der Bundesländer zahlreiche Filmproduktionen in ihre Regionen.
Die Kennzahlen zum Kinobestand sind laut FFA nicht mit den Vorjahren vergleichbar, da die Erfassung umgestellt worden sei. Demnach gab es in Deutschland zum Jahreswechsel 1651 Kinos mit 758.000 Sitzplätzen in 4757 Sälen. Die Zahlen sind seit Jahren relativ stabil, mit teils leichter Tendenz nach unten. Ein Kinosterben in größeren Dimensionen ist daraus aber nicht abzulesen, obwohl die Spielstätten mehr Konkurrenz denn je durch großformatige und immer günstigere TV-Geräte und zahlreiche Streamingdienste bekommen haben. Zudem laufen Kinofilme inzwischen oft schon nach kurzer Zeit im Bezahlfernsehen. Dennoch wollen Filmfans ihre Favoriten offenkundig weiterhin auch auf der großen Leinwand erleben.