Wirtschaft Katar-Schreck an den Börsen

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«Frankfurt/Dubai.» Es sei unklar, wie es nach dem Ausbruch des Konflikts zwischen Katar und seinen arabischen Nachbarn wirtschaftlich weitergehe, sagte Felix Neugart, Geschäftsführer der Deutsch-Emiratischen Handelskammer, in Dubai. Investoren wurden weltweit aufgeschreckt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) sank gestern um 1 Prozent auf 12.690,12 Punkte.

Durch die Einstellung von Luft- und Seeverbindungen nach Katar werde es aber Einschränkungen geben. Darunter könnten die Exporte in den Wüstenstaat leiden. 2016 haben deutsche Firmen Waren im Wert von gut 2,5 Milliarden Euro nach Katar exportiert. Damit steht das Land laut Statistischem Bundesamt auf Platz 52 der Handelspartner der Bundesrepublik. Die Ausfuhren deutscher Firmen nach Katar haben zuletzt deutlich angezogen. 2011 lag das Exportvolumen noch bei 1 Milliarde Euro. Die Landesfläche des Emirates ist rund doppelt so groß wie die Fläche der Pfalz. Wegen der Fußball-WM 2022 in dem Golf-Anrainer gibt es zudem einen Investitionsboom: 2017 habe Katar in seinem Haushalt knapp 25 Milliarden Dollar (22,2 Mrd Euro) veranschlagt, um Stadien, Straßen, eine U-Bahn und andere Infrastruktur zu bauen. Deutsche Firmen profitieren etwa vom Verkauf von Baumaschinen und Autos. Die Fluggesellschaft Qatar Airways darf nicht mehr in Saudi-Arabien landen, die arabischen Fluggesellschaften Etihad aus Abu Dhabi und Emirates aus Dubai haben ihre Flüge in die Hauptstadt Doha gestoppt, andere werden folgen. Die nationale Fluggesellschaft des Emirats Katar hat den Flugverkehr zu Nachbarländern eingestellt. Wie das Unternehmen in Katars Hauptstadt Doha mitteilte, seien Verbindungen mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Ägypten betroffen. Die Auswirkungen auf den weltweiten Luftverkehr sind jedoch nach Ansicht des Branchenverbandes Iata gering. Zwar bemüht sich auch Qatar Airways, sich als Drehkreuz zwischen Europa und Asien zu etablieren, im Vergleich mit den Konkurrenten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Emirates und Etihad, ist der Erfolg bisher aber eher bescheiden. Aber immerhin wurden am Hamad-Flughafen in Katar im ersten Quartal 2017 knapp zehn Millionen Passagiere abgefertigt, viele davon kamen aus den Nachbarländern zum Umsteigen. Der Flughafen in Dubai dagegen hat sich vor zwei Jahren mit weit über 70 Millionen Passagieren pro Jahr zum weltweit größten Flughafen erklärte. Qatar Airways ist aber an der Iberia- und British-Airways-Mutter IAG beteiligt. Der internationale Verband der Airlines, Iata, rief dazu auf, Grenzen nicht zu schließen. „Unsere Branche hängt von offenen Grenzen ab“, sagte Iata-Chef Alexandre de Juniac auf der Jahrestagung des Verbandes im mexikanischen Cancun. Wie aus dem Nichts ist am Arabischen Golf eine Krise entstanden, die auch die Wirtschaft in Europa spürbar beeinflussen könnte. „Wir sehen noch keinen Grund, unseren Flugplan zu ändern“, meinte ein Sprecher der Lufthansa zwar. Auch Doha werde weiter angeflogen. Aber die politischen Spannungen, die am Wochenende entstanden sind, weil mehrere Nachbarstaaten das Emirat verdächtigen, den Terror massiv zu unterstützen und deshalb ihre Verbindungen nun nach und nach kappen, sorgen weltweit für Unruhe. Die Krise hat gestern auch in Deutschland Börsianer in als sicher geltende Anlagen getrieben. Gefragt waren vor allem Gold und deutsche Bundesanleihen. Die Kurse an europäischen Aktienmärkten gaben dagegen nach. Der Ölpreis geriet zeitweise unter Druck. Kommentar

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