Wirtschaft RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslauterer Seq-IT entwickelt Test auf Corona-Mutationen

Seq-IT-Geschäftsführer Bernhard Thiele überprüft mit einer Kollegin Messergebnisse.
Seq-IT-Geschäftsführer Bernhard Thiele überprüft mit einer Kollegin Messergebnisse.

Mutationen des Coronavirus, beispielsweise die britische Variante, tragen dazu bei, dass die Anzahl an Infektionen in Deutschland wieder steigt. Das Kaiserslauterer Unternehmen Seq-IT hat einen Test entwickelt, mit dem sich die 20 relevantesten Virusmutationen schneller als bisher nachweisen lassen.

Wie Bernhard Thiele, einer der Geschäftsführer von Seq-IT, erläutert, ist bislang eine sogenannte Sequenzierung notwendig, um zu bestimmen, ob Varianten des Coronavirus für eine nachgewiesene Infektion verantwortlich sind. Diese Sequenzierung dauere etwa zehn Tage. Um Infektionsketten von Virusvarianten rasch nachzuvollziehen, sei das zu lang, so Thiele. Der Test von Seq-IT könne dagegen innerhalb eines Tages die 20 relevantesten Sars-CoV-2-Mutationen nachweisen, bei geringeren Kosten. Dafür kommt ein DNA-Massenspektrometer zum Einsatz, das von Agena Bioscience aus San Diego in den USA produziert wird. Mit diesem Gerät kann die Masse von Atomen und Molekülen ermittelt werden. Da bei Virusmutationen unterschiedliche Moleküle eingelagert sind, sind die Mutationen unterschiedlich schwer, erklärt Thiele den Ansatz. Diese minimalen Gewichtsunterschiede werden bei dem Verfahren gemessen.

Da das 2007 gegründete Unternehmen bereits etliche Tests für das Gerät entwickelt habe, konnte nun schnell ein Verfahren zum Nachweis von Corona-Mutationen realisiert werden, sagt der Seq-IT-Geschäftsführer. Sieben Beschäftigte arbeiten in der Entwicklung- und Serviceeinheit unter dem Dach des Instituts für Immunologie und Genetik (IIG) in Kaiserslautern, das 50 Mitarbeiter hat.

Seit rund zweieinhalb Wochen ist der Test, der von Agena Bioscience produziert wird, auf dem Markt, so Thiele. In den USA sei er bereits tausendfach zum Einsatz gekommen. In Deutschland gebe es die benötigten Geräte zwar nicht flächendeckend, die Infrastruktur könne aber recht schnell geschaffen werden, schätzt Thiele. Bei Seq-IT sollen künftig ausgewählte positive Tests des Gesundheitsamtes des Landkreises Kaiserslautern mit diesem Verfahren auf Mutationen geprüft werden.

x