Autoindustrie IG Metall droht Opel-Mutter Stellantis mit massivem Konflikt
Die IG Metall hat den europäischen Autokonzern Stellantis vor einem Kahlschlag bei seiner deutschen Tochter Opel gewarnt. „Der Stellantis-Konzern sollte sich bewusst sein, dass ein massiver Konflikt droht, sollten Ausgliederungspläne und Produktverlagerungen umgesetzt werden“, sagte der Bezirkschef der IG Metall Mitte, Jörg Köhlinger, am Freitag. Die Unterstützung der Ministerpräsidenten von Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen sei „Ausdruck eines breiten Bündnisses gegen den Kahlschlag“.
In der vergangenen Woche waren Stellantis-Pläne bekannt geworden, die beiden Produktionswerke Rüsselsheim und Eisenach aus der deutschen Einheit Opel Automobile GmbH herauszulösen. Zudem soll wegen des Halbleitermangels das Werk Eisenach für drei Monate geschlossen werden, während in anderen Stellantis-Werken die Produktion aufrechterhalten wird. Dazu soll Kurzarbeit beantragt werden. Am Mittwoch waren weitere Hinweise auf eine Reorganisation der Opel GmbH bekannt geworden, bei der etwa Entwicklungskapazitäten aus Kostengründen nach Marokko verlagert werden könnten. Das Werk Kaiserslautern mit seinen rund 1500 Mitarbeitern ist nach Angaben von Opel nicht von den Plänen betroffen.
„Intransparent durch die Hintertür“
Stellantis versuche, Produktentscheidungen und Standortbelegungen völlig intransparent durch die Hintertür durchzusetzen, um Tarif- und Mitbestimmungsstrukturen zu umgehen, sagte IG-Metall-Bezirkschef Köhlinger. So sollten offensichtlich zusätzliche Kapazitäten für den Anlauf der neuen Ausgabe des Modells Grandland außerhalb von Eisenach aufgebaut werden, um die jeweiligen Belegschaften unter Druck setzen zu können. Das Auto müsse exklusiv in Eisenach gebaut werden, ergänzte der gewerkschaftliche Unternehmensbeauftragte Rudolf Luz. Für zusätzliche Produktions- und Entwicklungskapazitäten gebe es keinen Bedarf. Die frühere General-Motors-Tochter Opel war 2017 von der Peugeot-Mutter PSA übernommen worden. Diese wiederum ist zu Jahresbeginn mit Fiat-Chrysler zum Stellantis-Konzern mit Sitz in Amsterdam fusioniert.
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