Meinung
IAA-Verzicht: Opel auf dem Holzweg
Dass die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in diesem Jahr – Stand jetzt – überhaupt in München stattfinden kann und kein totales Corona-Opfer wird, macht Freude. Ausgesprochen positiv ist auch, dass vom alten, jahrzehntelang beibehaltenen Veranstaltungskonzept in den Frankfurter Messehallen abgewichen wurde und dass nun in der heimlichen Hauptstadt Deutschlands eine moderne Mobilitätsmesse an verschiedenen Örtlichkeiten lockt. Eine Messe, die aufs Publikum zugeht und nicht wartet, dass Leute kommen: eine prima Idee!
Wichtige Zukunftsthemen
Völlig daneben ist dagegen, dass die Rüsselsheimer Opel-Zentrale der IAA Mobility mit ihren wichtigen Antriebs- und Umweltfragen fast schon hochnäsig eine Abfuhr erteilt. Das konnte man von einer Automarke, die sich gerne als nahbar, bodenständig, deutsch und auch emotional bezeichnet, nicht erwarten. Geradezu hanebüchen und unglaubwürdig abgehoben wirkt die Begründung von Opel-Chef Michael Lohscheller, man wolle sich die Aufmerksamkeit in München nicht mit anderen Herstellern teilen. Lohscheller steht kurz vor dem Wechsel zu einem aufstrebenden Konkurrenten nach Vietnam. Da scheint es ihm egal zu sein, was er hier noch sagt.
Nicht kaputtsparen!
Vielleicht hätte er es mit einem Stück Wahrheit versuchen sollen: der IAA-Verzicht spart Unmengen Geld. Und gerade diesbezüglich üben die neuen Herren im Stellantis-Konzern enormen Druck auf alle Marken aus. Man kann nur hoffen, dass sie das gute Opel-Image nicht kaputtsparen. Und dass sich die hessische Dependance nicht alles gefallen lässt.