Wirtschaft Hohe Preise: Eisdielen-Verband wehrt sich gegen Kritik
In anderen europäischen Ländern koste eine Kugel teils „das Doppelte oder Dreifache“, sagte Annalisa Carnio, Generalsekretärin des Verbandes Uniteis, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Auf der Verbandswebsite heißt es gar: „In Deutschland bezahlt man für eine Eiskugel am wenigsten in ganz Europa.“ Die Preisdebatte in Deutschland werde „zu emotional geführt und rückt die Eiscafés zu Unrecht in ein schlechtes Licht“, meint Carnio deshalb.
Warme Sommer machen sich bemerkbar
Laut der Online-Plattform Statista reicht die Preisspanne pro Kugel von einem Durchschnittspreis von 1,37 Euro in Wuppertal bin hin zu 2,03 Euro in München. Ein Jahr zuvor lag der Preis in München demnach noch bei 1,73 Euro, was einer Preiserhöhung von rund 17 Prozent entspricht.
Als Grund für die gestiegenen Kugel-Preise nannte Carnio höhere Miet- und Energiekosten. Zudem mache sich der Personalmangel in der Branche bemerkbar. Deswegen werde verstärkt auf Eis zum Mitnehmen in Waffel oder Becher gesetzt statt auf Bedienung am Tisch. „Anders ist der Betrieb kaum noch wirtschaftlich darstellbar.“ Positive Folgen für das Eis-Geschäft habe indes, dass die Sommer im Schnitt immer wärmer werden. „Der Klimawandel hat auch Auswirkungen auf die Eis-Saison, weil die Sommer insgesamt heißer und länger werden und das Verlangen nach Abkühlung steigt“, sagt Annalisa Carnio.