Einkaufen
Heimat shoppen: Hilfe für den Einzelhandel vor Ort
Online-Handel, Konkurrenz auf der grünen Wiese und verändertes Einkaufsverhalten: Für Einzelhändler wird der Wind immer rauer. Viele mussten bereits aufgeben. Vielerorts fehlen Fachgeschäfte, Leerstände nehmen zu. Das Projekt Heimat shoppen soll helfen, diesen Trends entgegenzuwirken. Ins Leben gerufen wurde die Imagekampagne von den Industrie- und Handelskammern 2014, vier Jahre später starteten die Westpfalz-Städte Pirmasens und Zweibrücken einen Test. Beide sind in diesem Jahr zum dritten Mal dabei. Landesweit beteiligen sich 70 Städte und Gemeinden an den Aktionstagen – Freitag, 11. und Samstag, 12. September – mit vielen besonderen Angeboten und Projekten. In der Pfalz sind es 14 Kommunen (2019: 13): Bad Bergzabern, Bad Dürkheim, Bellheim, Bobenheim-Roxheim, Dannstadt-Schauernheim, Germersheim, Frankenthal, Kandel, Ludwigshafen (Innenstadt sowie die Stadtteile Oggersheim und Friesenheim), Neustadt, Pirmasens, Schifferstadt, Wörth und Zweibrücken. Initiiert wird die Aktion von der IHK Pfalz in Zusammenarbeit mit dem Handelsverband Mittelrhein-Rheinhessen-Pfalz.
Dabei war dieses Jahr lange Zeit nicht klar, ob es wegen der Coronavirus-Pandemie und der damit einhergehenden Einschränkungen eine Neuauflage geben würde, sagte Malin Handrick, bei der IHK Pfalz für den Bereich Handel zuständig. Erfreulich sei, dass sich dieses Jahr gerade auch kleinere Städte und Gemeinden beteiligen. Denn für diese sei es noch schwieriger, sich als attraktiver Handelsstandort zu präsentieren.
Corona erschwert Planung der Aktionen
Die derzeit geltenden Hygiene- und Abstandsregeln haben die Planung der Aktionen ziemlich erschwert. Um die Kundenströme zu entzerren, wurde der Zeitraum bis Mitte Oktober verlängert. Auch wenn diesmal Events mit hohen Besucherzahlen wie etwa Modenschauen nicht stattfinden können, hätten sich die teilnehmenden Händler, Gastronomen und Dienstleister zahlreiche kreative Aktionen einfallen lassen, so Handrick. Viele Kommunen setzten zum Beispiel verstärkt auf die Themen Aufenthaltsqualität und Stadtgrün. Aber auch auf Stempelaktionen und Gewinnspiele könnten sich die Kunden wieder freuen.
Mit der Kampagne soll die Bedeutung lokaler Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister für die Städte, Gemeinden und Regionen herausgestellt werden. Sie alle leisteten einen wichtigen Beitrag zu mehr Lebensqualität und Identität der Städte. Zudem sei der Einzelhandel einer der größten Arbeitgeber. In Rheinland-Pfalz sind rund 160.000 Mitarbeiter im Einzel- und Versandhandel beschäftigt.
Sonderprogramm gefordert
Da die Innenstädte „vor einem nie gekannten, rasanten Niedergang“ stünden, haben jetzt mehrere Verbände ein Sonderprogramm vom Bund über 2,5 Milliarden Euro zur Innenstadtstabilisierung gefordert. Zu diesem solle ein Innenstadt-Innovationsprogramm sowie ein breit angelegter Kulturfonds gehören, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Stiftung Baukultur, Deutschem Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, Handelsverband Deutschland sowie Urbanicom, dem Deutschen Verein für Stadtentwicklung. Nötig sei darüber hinaus, das planungsrechtliche Instrumentarium für Kommunen zu verbessern, damit diese „gezielte Entwicklungs- und Stabilisierungsmaßnahmen durchführen“ könnten.
Zum Thema Innenstadtentwicklung will Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Anfang Oktober einen Runden Tisch einberufen. Es gehe darum, „wie wir die Krise in den Innenstädten wenden können zum Besseren“.