Heidelberg
Heidelberger Druckmaschinen AG verkauft Print Media Academy
In den Bau des 50 Meter hohen Gebäudes Print Media Academy (PMA) hatte ein externer Geldgeber rund 41 Millionen Euro investiert. Im Jahr 2017 hat Heidelberg das Gebäude für eine nicht genannte Summe zurückgekauft. Mit dem Verkauf an eine luxemburgische Investmentgesellschaft erziele Heidelberg nun einen Preis im „niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“, teilte das Unternehmen mit. Der Verkauf sei Teil der geplanten Standort- und Strukturoptimierungen. Um das schon vor der Corona-Pandemie finanziell angeschlagene Unternehmen wieder auf die Erfolgsspur zurückzubringen und die Position als Markt- und Technologieführer ausbauen zu können, hatte der Vorstand im März 2020 starke Einschnitte angekündigt. Neben dem Abbau von 1600 Arbeitsplätzen, darunter 1000 im Stammwerk, gehört dazu auch der Verkauf von Produkten und Geschäftsbereichen, die Verluste einfahren oder nicht mehr zum Kerngeschäft des Weltmarktführers bei Bogenoffset-Druckmaschinen gehören. Zudem veräußert Heidelberg nicht mehr benötigte Liegenschaften, wie eine 130.000 Quadratmeter große Fläche am Standort Wiesloch-Walldorf, die an einen Projektentwickler ging. Aus bisherigen Verkäufen habe das Unternehmen rund 450 Millionen Euro an Einnahmen erzielt und so die Netto-Verschuldung deutlich reduzieren können.
Einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Ertrag erhoffte sich Heidelberg aus dem Verkauf der Gallus-Gruppe, in der das Etikettendruck-Geschäft gebündelt ist, an den Schweizer Verpackungskonzern Benpac Holding AG. Doch der Verkauf platzte am Wochenende. Benpac hatte entgegen fester Zusagen den Kaufpreis von 120 Millionen Euro nicht gezahlt. Damit verbleiben die Gallus Holding AG sowie fünf weitere Gesellschaften mit fünf Standorten in Deutschland und der Schweiz und zusammen rund 430 Mitarbeitern bei Heidelberg. Das Unternehmen prüfe Schadenersatzforderungen.
Heidelberg bleibt Firmensitz
Arbeiteten in Spitzenzeiten bis zu 2000 Mitarbeitern an mehreren Standorten in Heidelberg – darunter der Vorstand in der Hauptverwaltung, die Abteilungen Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb –, hat das Unternehmen 2014 damit begonnen, diese sukzessive an den größten Produktionsstandort nach Wiesloch-Walldorf umzuziehen. Die letzten Mitarbeiter, die in der PMA verblieben waren, wurden 2020 nach Wiesloch geholt. Seinen Firmensitz und die Repräsentanz behält das Unternehmen in Heidelberg – in angemieteten Räumen. Auch künftig würden unternehmensrelevante Entscheidungen in der Stadt getroffen, etwa bei Gremiensitzungen in der PMA.
„Uns ist bewusst, dass der Verkauf Signalwirkung hat: Wir bleiben aber sowohl der Stadt als auch der Region künftig eng verbunden. Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass der Eigentümerwechsel neue, vielfältige Perspektiven für die Stadt und die Menschen vor Ort eröffnet“, sagte Vorstandschef Rainer Hundsdörfer. Mit dem Erlös aus dem Verkauf könne das Unternehmen in dem anhaltend herausfordernden Covid-19-Umfeld die Liquidität abermals stärken und durch künftige Kosteneinsparungen die finanzielle Stabilität auf Dauer weiter erhöhen.