Wirtschaft Heger-Guss legt deutlich zu
«Enkenbach-Alsenborn.» Großes Mengenwachstum, deutlicher Umsatzzuwachs und ein „signifikant höherer Gewinn“: Das Jahr 2017 war für die Gießerei-Gruppe Heger, Enkenbach-Alsenborn, ein erfolgreiches. Beim Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gibt sich Johannes Heger, geschäftsführender Gesellschafter, allerdings zurückhaltend.
Beide Gießereien haben im vergangenen Jahr große Gussteile mit einem Gesamtgewicht von 45.000 Tonnen hergestellt. Das waren 25 Prozent oder 9000 Tonnen mehr als im Vorjahr. Seit wenigen Jahren kann das Unternehmen Stücke mit einem Einzelgewicht von 30 Tonnen fertigen. Das ermöglicht Guss-Komponenten für große Binnenräder und Windräder für den Meereswindpark-Markt. Mit einer Jahresproduktion von 1000 großen Rotornaben für Windkraftanlagen bleibt die Unternehmensgruppe weiter führend. „Niemand in Europa gießt so viele Rotornaben wie wir“, sagt Heger stolz. Die gute Auslastung macht sich auch bei den Arbeitsplätzen bemerkbar: 2017 beschäftigte Heger im Schnitt 300 Mitarbeiter in der Stammbelegschaft – 15 mehr als im Jahr zuvor – sowie 40 Zeitarbeitskräfte. 2015 waren es 292 Beschäftigte. Neben Rotornaben und Gussteilen für Windenergieanlagen gehören auch Großdieselmotoren, Radantriebsysteme, Generatoren und Pressen zum Produkt-Portfolio der westpfälzischen Unternehmensgruppe. Die IHK Pfalz hat dem Unternehmen 2017 das Prädikat „Hidden Champion“ verliehen. Damit zeichnet die Kammer Unternehmen aus, die auf dem Weltmarkt zu den drei führenden gehören oder in Europa auf Rang eins stehen und in der Öffentlichkeit wenig bekannt sind. Zur Unternehmensgruppe gehören die Produktions-Töchter Heger Guss GmbH in Enkenbach, die sich auf große Eisengussteile spezialisiert hat, sowie die im Jahr 2009 gegründete Heger Ferrit GmbH in Sembach (beide im Landkreis Kaiserslautern), die Rotornaben für Windräder und Gussteile für Großmotoren produziert. Der Dienstleister Heger GDD sowie Heger Pro, zuständig für die Bereiche Finanzen, Personal, Verkauf und Produktionsmanagement, ergänzen die Heger-Gruppe. 2017 erzielte Heger einen Umsatz von 81 Millionen Euro – 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2013 lag der Umsatz noch bei 47 Millionen Euro, die Gesamtleistung bei etwa 23.100 Tonnen. Der Gewinn der Unternehmensgruppe ist im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr „signifikant gestiegen“, sagte Johannes Heger, der auch Präsident des Verbands Pfalzmetall ist, ohne den Gewinn näher zu beziffern. Dazu habe vor allem die Heger Ferrit GmbH beigetragen. Investiert hat Heger im vergangenen Jahr 2 Millionen Euro. Etwa 1 Million Euro floss in den Bau einer neuen Halle auf dem Produktionsgelände in Sembach. Der Bau werde in erster Linie als Lagerhalle genutzt. Da sich so bisherige Abläufe in der Produktion entflechten lassen, könne Heger Ferrit auch die Produktivität erhöhen. Gesteigert hat Heger auch die durch die eigenen Windkraftanlage produzierte Strommenge. 5,1 Millionen Kilowattstunden Strom produzierte die Anlage bei der Heger Ferrit GmbH im vergangenen Jahr, das entspricht einer Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beide Gießereien verbrauchten im Jahr 2017 rund 43 Millionen Kilowattstunden Strom. Wegen Änderungen bei der Strom-Einspeisevergütung bei Windrädern werden nach Einschätzung des geschäftsführenden Gesellschafters in den kommenden ein bis zwei Jahren weniger Windräder in Deutschland aufgestellt werden. Hiervon sei auch der Marktführer bei Windrädern in Deutschland betroffen – ein Hauptkunde von Heger. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Johannes Heger deshalb mit einem gegenüber dem Vorjahr deutlich geringeren Umsatz. Die Situation in anderen europäischen Ländern oder in Amerika sei jedoch unverändert. Helfen dürfte dem Unternehmen der Maschinenbau. „Zum Glück läuft es in dieser Branche gut“, sagte Heger. Weiter stark steigende Rohstoffpreise erhöhen die Kosten für Heger. Jede weitere Turbulenz, etwa Handelszölle in den USA, würden die Geschäfte schließlich unplanbar machen, sagte Johannes Heger.