Wirtschaft Globus wächst in Russland
«SAARBRÜCKEN.» Die saarländische Globus-Gruppe, Betreiberin von SB-Warenhäusern und Fachmärkten an 174 Standorten, darunter 13 in der Pfalz, hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2017/18 (30. Juni) um 1 Prozent auf 7,59 Milliarden Euro gesteigert.
Die 46 deutschen SB-Warenhäuser legten zwar nur um 0,5 Prozent auf 3,34 Milliarden Euro zu, in den jetzt 91 Baumärkten (Globus und Hela) stieg der Umsatz nach Unternehmensangaben aber um 1,3 Prozent (1,73 Milliarden Euro). Besonders stark wuchs Globus in Russland. Trotz der Abwertung des russischen Rubels stieg der Umsatz der 15 Globus-Supermärkte in der Großregion Moskau währungsbereinigt um 4,9 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro. „Wir werden auch im kommenden Jahr stärker im Russland wachsen als in Deutschland“, sagte Thomas Bruch, Ur-Ur-Enkel von Globus Gründer Franz Bruch und geschäftsführender Gesellschafter der Globus Holding. Im kommenden Jahr seien drei Markteröffnungen in Russland geplant, darüber hinaus habe man sich vier weitere Grundstücke gesichert. 2020 könnten darauf Neubauten entstehen, sagte Bruch gestern bei der Bilanz-Pressekonferenz in Saarbrücken. Mit dem auch in Deutschland erfolgreichen Konzept, sich durch Eigenproduktion von Back- und Fleischwaren direkt in den Märkten von Wettbewerbern abzusetzen, punkten die Saarländer auch in Russland. Dort sei der Frischeanteil mit 50 Prozent des Sortiments noch deutlich höher als in Deutschland – etwa doppelt so hoch. Auch mit den 15 tschechischen Märkten (erstmals über 1 Milliarde Euro Umsatz) sammele man Erfahrungen für die ganze Gruppe. In Tschechien testet man ein Nahversorgungsformat mit Bäckerei und Metzgerei auf nur 300 Quadratmetern Fläche sowie eine Kombination aus Online-Kauf und Vor-Ort-Abholung. Auch mit dem deutschen Geschäft sei man sehr zufrieden, sagte Bruch. Zwar konnten die unverändert 46 SB-Warenhäuser – mit Grünstadt, Ludwigshafen, Neustadt, Kaiserslautern und Bobenheim-Roxheim fünf davon in der Pfalz – den Umsatz im Geschäftsjahr 2017/18 nur um 0,5 Prozent auf 3,34 Milliarden Euro steigern. Dafür war man mit den jetzt 91 Baumärkten (Globus und Hela) besonders erfolgreich. Obwohl ein kaltes, nasses Frühjahr den Gartenabteilungen das Geschäft vermieste, stieg der Umsatz um 1,3 Prozent. „Wir konnten unseren Marktanteil in Deutschland auf über 9 Prozent ausweiten“, sieht der Geschäftsführer der Fachmärkte, Timo Huwer, Globus weiter auf Wachstumskurs. Das Online-Geschäft läuft. Nachdem 2017 das zentrale Online-Lager im saarländischen Losheim abbrannte, hat Globus ein Verfahren entwickelt, wonach Kunden deutschlandweit über einen Baumarkt-Onlineshop Waren ordern können. Die Bestellungen werden dann direkt aus einem der 91 Märkte – neun tragen noch den Namen Hela – verschickt. Nach und nach werden alle Hela-Märkte auf Globus umgestellt. Laut Huwer werde der Markt in Germersheim im Frühjahr 2019 dran sein. Einige Sortimente werde man ändern, die Fläche bleibe aber dieselbe. Für Zweibrücken gibt es Erweiterungspläne. Eine Bebauungsplan-Änderung ist mittlerweile auf dem Weg. Die Globus-Gruppe beschäftigt 44.900 Mitarbeiter, 27.600 davon in Deutschland und 3180 in der Pfalz. Der Marktanteil am deutschen Lebensmittel-Einzelhandel wird auf 1,9 Prozent geschätzt. Mit großem Vorsprung vor Globus rangiert Edeka/Netto, die Schwarz-Gruppe (Lidl/Kaufland), Rewe, Aldi und die Metro-Gruppe mit den Real-Supermärkten. Globus-Chef Thomas Bruch wies gestern Spekulationen zurück, Globus könnte sich bei einer Trennung der Metro-Gruppe von Real bedienen, Standorte übernehmen. Man sei zu einer Übernahme im Paket nicht in der Lage, sagte Bruch.