Auto-Test RHEINPFALZ Plus Artikel Gladiator und Musso: Fünfsitzige Riesen fürs Grobe

5,59 Meter lang: der Jeep Gladiator.
5,59 Meter lang: der Jeep Gladiator.

Ob Jeep oder Ssangyong: Der Einsatz dieser Pick-ups in Mitteleuropa geschieht häufig in ländlichen Gegenden, da sie mit einer Außenlänge um fünfeinhalb Meter in städtischen Gefilden nicht leicht zu rangieren und zu parken sind.

Der Gladiator stammt aus den USA, wo Pick-ups weit verbreitet sind und von ihren Besitzern liebevoll „my truck“ (mein Laster) genannt werden. Der 5,59 Meter lange Jeep zählt jenseits des Atlantiks zu den mittelgroßen Ausführungen seiner Art.

Dass sich der Gladiator trotz seiner Länge und fast dreieinhalb Metern Radstand nicht allzu ungelenk bewegen lässt, verdankt er seiner Breite von nur, muss man in diesem Falle sagen, 1,89 Metern. Seine Höhe von 1,84 Meter würde zwar die Einfahrt in Tiefgaragen und Parkhäuser ermöglichen. Aber darin herumzukurven und das Fahrzeug abzustellen, ist angesichts von Außenlänge und Wendekreis (13,7 Meter) schwierig.

Windschutzscheibe klappt nach vorn

Die Einstiegshöhe liegt bei 66 Zentimetern. Dachelemente können abgenommen werden, die Windschutzscheibe lässt sich nach vorn umlegen. In der steil stehenden Heckscheibe lässt sich ein kleines Schiebefenster öffnen, um womöglich überlange Stangen von der Ladefläche durchzuladen. Unter der Haube des Gladiator arbeitet ein Diesel-V6 mit drei Litern Hubraum – dank seines Drehmoments von 600 Newtonmeter schon ab 1400 Umdrehungen ein wenig mit dem Charakter einer Dampfmaschine. Die Fahrstufen der Achtstufen-Automatik werden nicht ganz ruckfrei gewechselt, was aber zum Charakter dieses Autos passt. Für den Fall, dass man sich mal festgefahren hat, verfügt der Allradantrieb mit Untersetzung über eine Differentialsperre an der Hinterachse. Außer fünf Sitzen hat das Auto eine 1,53 Meter lange Ladefläche, die in unserem Testwagen von einer abschließbaren Rollabdeckung geschützt wurde – Aufpreis 690 Euro.

Die deutsche Jeep-Importzentrale hat sich für die Einfuhr des Gladiator nur in bester Overland-Ausstattung entschieden, die ihren Preis hat: 74.500 Euro.

Verlängerte Ladefläche

Die auf 1,61 verlängerte Ladefläche ist der wesentliche Grund, warum der koreanische Hersteller Ssangyong seinen Pick-up Musso um 31 Zentimeter auf 5,41 Meter gestreckt und mit dem Beinamen Grand versehen hat. Hier konnten wir zu Testzwecken eine Biertischgarnitur immerhin diagonal platziert transportieren. In jedem Fall ist das gesamte Ladeabteil mit einer kratzfesten Kunststoffwanne ausgelegt.

Diesel aus Fernost

Auch in Fernost hat man sich für einen Dieselmotor entschieden, wenn auch nur mit vier Zylindern, aber mit einem ähnlichen Charakter in Sachen Durchzugskraft wie der Amerikaner. Wir konnten darüber hinaus die unauffällig schaltende Sechsstufen-Automatik positiv verbuchen.

Man kann mit diesem fünfsitzigen Pick-up den Asphalt verlassen, wofür nicht nur die Bodenfreiheit von 22 Zentimetern zwischen den Achsen hilfreich ist. Dank des zuschaltbaren Allradantriebs – normalerweise fährt er als Hecktriebler mit 2H –, gelingt die Kraftverteilung in Position 4H auf alle Viere. Sobald schwierigeres Gelände auftaucht, lässt sich das Drehrad auf 4L schalten, um sich mit den Kriechgängen weiter fortzubewegen.

Wie ein Pkw

Das Testfahrzeug in bester Sapphire-Ausstattung zum Preis von 48.290 Euro hat innen viele dunkle Flächen, die nur durch wenige Chromakzente aufgehellt werden. Wichtiger sind Größe, Anordnung sowie Bedienungsfreundlichkeit der Instrumente, Knöpfe und Schalter samt berührungsempfindlichem Bildschirm. Hier steht der südkoreanische Pick-up einem zeitgemäßen Pkw samt umfassender Vernetzung und zahlreichen Assistenzsystemen einschließlich Rückfahrkamera in nichts nach. Ssangyong bietet den Einstieg in den Musso Grand ab 37.290 Euro an.

Verbrauch fast gleich

Jeep Gladiator und Ssangyong Musso Grand sind schon aufgrund ihres Preisunterschieds nur bedingt vergleichbar, in einem aber doch: Die Testverbrauchswerte gleichen sich annähernd: 9,2 beziehungsweise 9,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Damit kommt man mit Tanks von jeweils gut 70 Litern Fassungsvermögen weiter als 700 Kilometer.

Autogramm I

Jeep Gladiator 3.0 Multijet AWD Overland

Typ: Pick-up Doppelkabine; Preis: 74.500 Euro; Länge: 5,59 Meter; Breite: 1,89 Meter; Höhe: 1,84 Meter; Radstand: 3,49 Meter; Leergewicht: 2360 Kilogramm; Zuladung: 565 Kilogramm; Ladelänge: 1,53 Meter; Anhängelast: 3750 Kilogramm; Sitze: fünf; Tankinhalt: 71 Liter: Motor: V6-Diesel; Hubraum: 2987 Kubikzentimeter; max. Leistung: 264 PS/194 kW bei 3600 U/min; max. Drehmoment: 600 Newtonmeter bei 1400-2800 U/min; Getriebe: Achtstufen-Automatik; Spitze: 177 km/h; 0 auf 100 km/h: 8,6 Sekunden; Normverbrauch (WLTP): 8,8 Liter Diesel; CO2-Ausstoß: 228 g/km, Testverbrauch: 9,3 Liter.

Autogramm II

Ssangyong Musso Grand 2.2 E-XDI Diesel Automatik Sapphire

Typ: Pick-up; Preis: 48.290 Euro; Länge: 5,41 Meter; Breite: 1,95 Meter; Höhe: 1,89 Meter; Radstand: 3,21 Meter; Leergewicht: 2260 Kilogramm; Zuladung: 1000 Kilogramm; Ladevolumen: 1262 Liter; Anhängelast: 3500 Kilogramm; Tankinhalt: 75 Liter; Ladefläche: 1,61 x 1,57 Meter; Sitze: fünf; Motor: Diesel-Vierzylinder; Hubraum: 2157 Kubikzentimeter; max. Leistung: 202 PS/149 kW bei 3800 U/min; max. Drehmoment: 441 Newtonmeter bei 1600 U/min; Getriebe: Sechsstufen-Automatik; Spitze: 183 km/h; Normverbrauch (WLTP): 9,3 Liter Diesel; CO2-Ausstoß: 245 Gramm/km; Testverbrauch: 9,2 Liter.

5,41 Meter lang: der Ssangyong Musso Grand.
5,41 Meter lang: der Ssangyong Musso Grand.
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