Wirtschaft Fußball heizt TV-Verkäufe an

Die Fußball-Fans weltweit erwarten schon ungeduldig den Start der Fußball-Weltmeisterschaft am 14. Juni in Russland. Über solche sportlichen Großereignisse freuen sich auch die Hersteller von Unterhaltungselektronik.
Um die Spiele in bester Bild- und Tonqualität genießen zu können, greifen manche Zuschauer tief in die Taschen und rüsten das Wohnzimmer mit großformatigen Fernsehern aus. Das lässt bei Industrie und Handel die Kassen klingeln. „Die WM wird das TV-Geschäft positiv unterstützen“, sagt Roland Stehle, Sprecher der Branchenvereinigung gfu Consumer & Home Electronics GmbH, die auch Träger der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin ist. Schon im letzten halben Jahr sei das TV-Geschäft in Deutschland sehr gut gelaufen, berichtet der Experte. Dafür sorgten die Einführung des neuen Übertragungsstandards DVD-T2 HD sowie die Analogabschaltung im Kabel in drei großen Bundesländern. Beide Umstellungen zwangen viele Haushalte zu Neuanschaffungen von Geräten, was nicht überall auf Begeisterung stieß. Der neue Standard DVB-T2 bringt nun aber auch beim Empfang terrestrischer TV-Signale per Antenne beste Bildqualität auf den Schirm, was gerade bei Fußballspielen für deutlich bessere Seherlebnisse sorgt. Dafür sind jedoch moderne und am besten großformatige Flachbildschirme nötig. Für 2018 ist die Branche zuversichtlich. Man erwarte in Deutschland einen stabilen Umsatz auf hohem Niveau von rund 27 Milliarden Euro, sagt Stehle. Im abgelaufenen Jahr lag das Plus demnach bei rund 1 Prozent, an den genauen Statistiken wird noch gerechnet. Besonders das extrem wichtige Weihnachtsgeschäft, das in wenigen Wochen ein Drittel der Jahreserlöse in die Kassen spült, lief erneut recht gut und brachte rund 9,4 Milliarden Euro Umsatz. Noch 2016 schrumpfte der Umsatz der Branche deutlich um 4 Prozent auf 26,6 Milliarden Euro. Sowohl in der klassischen Unterhaltungselektronik (TV, Video, Audio) als auch bei privat genutzter IT-Technik (PC, Notebooks, Pads) gab es deutliche Erlösrückgänge, in der Telekommunikation (Smartphones, Festnetzgeräte) stagnierte der Umsatz. Im abgelaufenen Jahr dagegen legte vor allem das wichtige TV-Geschäft wieder zu, das pro Jahr rund 4 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland bringt. Der Absatz stieg um 2 Prozent auf rund sieben Millionen Geräte, der Umsatz sogar um 4 Prozent, weil der Trend zu besser ausgestatteten, großformatigeren und damit teureren Schirmen geht. Die neuen Technologien UHDTV und Oled seien gefragt und die Verkaufszahlen lägen über den Prognosen, so Stehle. Auch die GfK-Konsumforscher rechnen mit einem erfreulichen Jahr für die Branche und einem Umsatzplus von weltweit 4 Prozent. Besonders in Fernost brummt das Geschäft. China und Nordamerika sind die wichtigsten Märkte (beide je 23 Prozent). Die haben Europa (22 Prozent) überflügelt.