Autobauer-Allianz
Französisch-japanisches Trio stellt sich neu auf
Langwierige Verhandlungen liegen hinter den drei Partnern, bei denen es in der Vergangenheit mehrmals heftig geknirscht hatte. Nachdem Renault im Jahr 1999 Nissan unter die Arme griff und somit dem finanziell angeschlagenen Kooperationspartner aus der Patsche half, gesellte sich 2016 Mitsubishi hinzu – ebenfalls in finanziellen Turbulenzen befindlich. Zur Zerreißprobe kam es 2018, als der damalige Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn wegen Betrugs- und Unterschlagungsvorwürfen in japanische Haft kam. Ihm gelang eine abenteuerliche Flucht in den Libanon.
Neue Struktur
Mittlerweile verkündete Renault-Chef Luca de Meo eine neue Struktur – unter anderem vermindert Renault seine Beteiligung bei Nissan von 43 auf 15 Prozent; Nissan wird 15 Prozent in die Renault-Elektrosparte namens Ampere investieren. Der kleinste Partner Mitsubishi will sich dem Vernehmen nach ebenfalls „stromernd“ beteiligen.
Um Kosten maßgeblich zu drücken, vereinbarte das Trio, dass binnen drei Jahren die künftigen Fahrzeuge der französisch-japanischen Marken bis zu 80 Prozent auf gleicher Technologie basieren sollen; bei Elektroautos erwarte man gar 90 Prozent.
Konzerneigene Plattform
In Europa steht bei den Pkw zunächst die Zusammenarbeit zwischen Renault und Mitsubishi im Vordergrund. Was demnach keine Überraschung sein dürfte: Auch die nächsten Generationen des Mitsubishi Colt und ASX werden auf der konzerneigenen Plattform des Renault Clio und Capture entstehen. Innerhalb der leichten Nutzfahrzeuge bleiben Renault und Nissan weiterhin zusammengekoppelt.
Betrachtet man die europäischen batterieelektrischen Vorhaben, könnte 2026 ein kompaktes Nissan-Elektroauto im Electricity-Werk der Renault Group in Frankreich vom Band laufen.
Nach Jahren der etwas unsteten Kooperation macht sich unter den drei beteiligten Autobauern eine gewisse Aufbruchsstimmung breit – wenn auch aus der Erfahrung heraus mit der gebührenden zurückhaltenden Zuversicht.