Wirtschaft Früherer Interregio wird befördert

Die ICE-Züge der Baureihe 411 sind für Tempo 230 zugelassen. Lokbespannte Intercity-Garnituren dürfen maximal Tempo 200 fahren.
Die ICE-Züge der Baureihe 411 sind für Tempo 230 zugelassen. Lokbespannte Intercity-Garnituren dürfen maximal Tempo 200 fahren.

«Ludwigshafen.» Die Deutsche Bahn (DB) stellt zum Fahrplanwechsel im Dezember die frühere Interregio- und jetzige Intercity-Linie von Karlsruhe über Heidelberg nach Hamburg fast komplett auf ICE um.

Die gegenwärtigen Planungen, bei denen allerdings noch einige Details ungeklärt sind, sehen vor, dass mit Ausnahme eines Zugpaars nach Westerland alle Züge der Linie ab 9. Dezember als ICE fahren sollen. Bei dem Intercity (IC) nach Westerland ist das nicht möglich, weil die Strecke, die auf die Insel Sylt führt, nördlich von Itzehoe nicht elektrifiziert ist. Die Fahrzeiten auf der DB-intern Linie 26 genannten Verbindung werden weitgehend unverändert bleiben. Dass der für Tempo 230 zugelassene ICE der Baureihe 411 auf der Schnellstrecke zwischen Kassel und Hannover schneller fahren kann als die lokbespannten Garnituren schafft einen zusätzlichen Fahrzeitpuffer zum Aufholen von Verspätungen. Die Linie 26 bietet eine Reihe von Direktverbindungen etwa von Heidelberg, Wiesloch-Walldorf, Weinheim und Bensheim nach Hamburg, Hannover, Göttingen, Kassel, Marburg und Gießen. Oft sind zudem in ihren Zügen leichter günstige Sparpreis-Tickets zu bekommen als in den stark frequentierten ICE von Mannheim nach Hamburg. Deshalb kann die Linie manchmal auch trotz längerer Fahrzeiten für Reisen aus der Pfalz interessant sein, zumal Heidelberg sowohl von Neustadt als auch von Speyer mit durchgehenden S-Bahn-Zügen zu erreichen ist. Die Aufwertung zum ICE wird wahrscheinlich zu etwas höheren Fahrpreisen führen, die aber wohl deutlich niedriger sein werden als die für die schnelleren ICE, die die Schnellfahrstrecke Fulda–Kassel befahren. Ähnlich ist die Situation heute bei den ICE, die von Frankfurt durchs Rheintal nach Köln fahren. Sie sind etwas teurer als die IC auf der gleichen Strecke, aber lange nicht so teuer wie die ICE, die über die Hochgeschwindigkeitsstrecke durch den Westerwald fahren. Problematisch aus Fahrgastsicht ist vor allem das Thema Fahrradbeförderung, die im Intercity möglich ist und in den künftig eingesetzten ICE-Einheiten der Baureihe 411 bisher nicht. Die DB plant, in den Zügen durch einen Umbau immerhin einige wenige Fahrradplätze zu schaffen. Noch nicht geklärt sind diverse Tarif-Themen in Hessen. Dazu gehört das Marburger Semester-Ticket, das (ungewöhnlicherweise) hessenweit im Intercity (IC) gilt, aber bisher nicht im ICE. Hier muss wahrscheinlich eine Sonderregelung für die künftige ICE-Linie 26 getroffen werden. Eine Verbesserung bringen die ICE-Einheiten in puncto Komfort. Während die heutigen IC-Züge der Linie 26 mit Ausnahme des Zugs nach Westerland ihren früheren Bistrowagen verloren haben, bieten die ICE sogar einen Speisewagen. Kommentar

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