Meinung
Flüssiggas hat viele Nachteile
Ein Teil der russischen Erdgasimporte nach Deutschland könnte, wenn Kreml-Chef Wladimir Putin den Gashahn zudreht, durch Flüssiggas (LNG) ersetzt werden. Etwa aus den USA oder aus Katar. Das ist die (einzige) gute Nachricht in diesem Kontext. Denn die Produktion und der Transport, auch die technischen Voraussetzungen, welche für den Handel von LNG notwendig sind, bringt eine ganze Reihe ernsthafter Probleme mit sich.
Problem eins: der Preis. LNG ist, zumindest noch, wesentlich teurer als Pipeline-Erdgas. Schon jetzt stöhnen Unternehmen und private Verbraucher ob der Preissteigerungen, denen fossile Energieträger zuletzt unterlagen. Doch die Preisspirale wird sich mutmaßlich weiter drehen – mit wirtschaftlichen und sozialen Folgen, in denen Sprengkraft steckt für die Volkswirtschaft und die Gesellschaft.
LNG wird in den USA per Fracking gewonnen
Problem zwei: LNG aus den USA, das Experten als größten zukünftigen Lieferanten sehen, wird per Fracking gewonnen. Dabei wird Wasser, gemischt mit Chemikalien, in den Boden gepresst, um das darin gebundene Gas zu lösen. Das hat Folgen für die Umwelt.
Problem drei: der Transport. LNG-Schiffe werden zwar mit Gas und nicht mit dem noch umweltschädlicheren Schweröl angetrieben. Gleichwohl emittieren sie klimaschädliche Gase. Je mehr Schiffe, desto mehr davon.