Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Erholung am Arbeitsmarkt: Zart und zerbrechlich

Im Juli ist der coronabedingte deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit dank auch des massiven Einsatzes von Kurzarbeit zum Stills
Im Juli ist der coronabedingte deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit dank auch des massiven Einsatzes von Kurzarbeit zum Stillstand gekommen.

Die Anzeichen am Arbeitsmarkt geben berechtigten Anlass zur Hoffnung. Doch noch ist die Entwicklung sehr fragil.

Die Zeichen mehren sich, dass die Konjunktur in Deutschland im dritten Quartal nach dem Corona-Schock wieder deutlich anzieht. Allerdings war der Absturz zuvor tief. Deshalb sollte auch eine kräftige Erholung gegenüber dem Krisenquartal April bis Juni nicht zur Euphorie verleiten. Denn auf Vor-Corona-Niveau ist die Wirtschaft noch lange nicht. Diesen Stand dürften wir erst im kommenden, vielleicht auch erst im übernächsten Jahr erwarten.

Zudem sollte uns die ermutigende Gesamtentwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Betroffenheit in den verschiedenen Branchen sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. So spürt etwa Pharma kaum einen Einbruch durch Corona, im Gegenteil. Dagegen trifft es beispielsweise Tourismusbranche, Luftverkehr, Gastronomie und große Teile des Einzelhandels hart.

Verunsicherung durch steigen Infektionszahlen

Nachdem im Juli der coronabedingte deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit dank auch des massiven Einsatzes von Kurzarbeit zu einem Stillstand gekommen ist, zeichnet sich nun sogar eine Erholung am Arbeitsmarkt ab. Das gibt Anlass zur Hoffnung.

Allerdings sind die Pflänzchen der Erholung noch sehr zart und zerbrechlich. Ihnen stehen die Unwägbarkeiten der Pandemie gegenüber, die schnell wieder für einen Einbruch sorgen kann. Die Infektionszahlen in Deutschland steigen immer noch. Und wir sehen erneut: Jeder Einzelne trägt hier Verantwortung für die Gesamtentwicklung.

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