Wirtschaft Erfolgs-App mit Tücken

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Das Smartphone macht Bahnreisen komfortabler – wenn die Technik mitspielt. Auch viele Nahverkehrstickets sind mittlerweile digital buchbar. Und die Fahrscheinkontrolle wird automatisiert.

Wer ein digitales Bahnticket für Mitreisende kaufen will, muss aufpassen. Denn leicht kann daraus ein Ärgernis werden. Bei der Deutschen Bahn sind solche Buchungen im Internet unter www.bahn.de zwar grundsätzlich möglich. Immer häufiger nutzen Kunden aber den DB Navigator, die Anwendung fürs Smartphone und andere Mobilgeräte. Mit der App ist der Fahrscheinkauf für Dritte bisher nicht möglich. Viele Reisendende wissen das allerdings nicht. Im Programm selbst fehlen deutliche Hinweise auf diese Lücke. Stattdessen wartet man bei der Buchung vergeblich auf die Frage, für wen das Ticket sein soll – und hat am Ende den Fahrschein womöglich für sich selbst gebucht. Dann helfen nur eine schnelle Stornierung und die Hoffnung, dass die Bahn die Rückgabe akzeptiert. Ein DB-Sprecher räumt auf Anfrage ein, dass die Hinweise „nicht gut genug gekennzeichnet“ seien und von Kunden übersehen werden könnten. Bei schnell gemeldeten Fehlbuchungen zeige sich die Bahn aber kulant. Ab Oktober würden die Hinweise in der mobilen Buchungsstrecke besser sichtbar platziert. Zudem prüfe man, ob die Buchung für Dritte auch mit der App ermöglicht werden kann. Der DB Navigator gilt als eine der erfolgreichsten Reise-Apps in Deutschland. 957 Millionen Mal nutzten Reisende voriges Jahr die Auskunft nach Zugverbindungen, so der Konzern. Mit der App lassen sich Fahrkarten binnen Minuten kaufen, aufs Display laden und nutzen. Ein Ausdruck auf Papier ist nicht notwendig. Der mobile Helfer bietet zudem Echtzeitdaten zu Ankunfts- und Abfahrtzeiten inklusive Verspätungs-Alarm, zeigt die Wagenreihung am Gleis, ermöglicht Sitzplatzreservierungen. Sei dem Frühjahr sind erste Auslandsverbindungen mit der ÖBB in Österreich und Trenitalia in Italien buchbar. Seit Juni ist die Schnellbuchung in nur vier Schritten verfügbar. Seit Juli können Bahnreisende mit der App zudem selbst in immer mehr ICE-Zügen einchecken. Wer ein Handy- oder Online-Ticket mit Sitzplatzreservierung gekauft hat, kann im Zug eine Mitteilung auf dem Smartphone bestätigen und wird dann vom Ticketkontrolleur nicht angesprochen. Der Konzern erreicht mit seiner App einen Großteil der 65 Millionen Bundesbürger, die innerhalb von Verkehrsverbünden leben. Das Ziel: Der DB Navigator soll der „Generalschlüssel“ für den Nahverkehr werden. 2017 wurden 1,3 Millionen Verbundtickets über die App verkauft. Das Ticketangebot für innerstädtische Fahrten wird weiter ausgebaut. Mit der App können derzeit Fahrscheine für Busse, Straßen-, U- und S-Bahnen in 26 Verkehrsverbünden gekauft werden, darunter auch für den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN). 15 Millionen Tickets insgesamt verkaufte die DB 2017 über den Navigator, ein Zuwachs binnen Jahresfrist um 47 Prozent. Die meistgebuchte Strecke war Berlin–Hamburg. Aktuell wird jeder zwanzigste Fahrschein mobil gebucht. Zusammen mit der Internet-Seite bahn.de brachte das Digitalgeschäft 2017 gut 3 Milliarden Euro Umsatz, fast 40 Prozent der Ticketeinnahmen. Knapp 17 Millionen Kunden sind digital registriert.

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