Ratgeber
E-Auto fahren und Geld kassieren: So geht es
Wer kann die Prämie erhalten, und lohnt sich das überhaupt?
Wer ein Auto, einen Roller oder ein Nutzfahrzeug mit rein elektrischem Antrieb fährt, kann THG (Treibhausgasminderungs)-Prämien beantragen. Dafür gibt es jedes Jahr eine Belohnung. Allerdings nur auf Antrag beim Umweltbundesamt, den Dienstleister für Interessierte übernehmen. Aktuell werben Anbieter wie Check 24 mit Prämien von 265 Euro für dieses Jahr – rund das Dreifache der zuletzt gezahlten Vergütungen. Es lohnt sich also besonders, sich die THG-Prämie zu sichern.
Welchen Aufwand muss ich betreiben, um an das Geld zu kommen?
Der Zeitaufwand dafür ist überschaubar und der Antrag online möglich. Bei der Auswahl des Dienstleisters sollte man aber aufpassen. Oft ist bei den vielen Werbeangeboten im Internet nicht klar, wie viel die Unternehmen für sich behalten, sobald sie das THG-Zertifikat verkauft haben. Check 24 zum Beispiel verspricht eine faire Auszahlung von 90 Prozent des Marktwertes.
Lohnt sich der Umstieg auf ein E-Auto überhaupt?
E-Autos, die neu zugelassen werden, sind bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, aber höchstens bis Ende 2035. Auch damit wird der Beitrag zum Umweltschutz belohnt und ein Kaufanreiz gesetzt.
Denn nach einer Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) von 2025 verursacht ein rein elektrisches neues E-Auto über den gesamten Lebenszyklus 73 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als ein vergleichbarer Verbrenner. Trotz der Batterien, deren Produktion umweltbelastend ist, ist demnach ein vollelektrisches Auto, das in Europa verkauft wird, schon nach 17.000 Kilometern sauberer als ein vergleichbarer Benziner.
Der Kauf der Stromer wird auch durch immer höhere Reichweiten attraktiver, die laut ADAC voriges Jahr im Schnitt schon bei 425 Kilometer pro Ladung lagen – fast drei Mal so viel wie zehn Jahre zuvor. Wer ein Haus mit Photovoltaik-Anlage besitzt, kann zusätzlich sparen, wenn das Auto den günstig selbst produzierten Strom tankt und dafür eine Wallbox installiert wird.
Warum wurde die THG-Prämie eingeführt?
Die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) ist ein klimapolitisches Instrument der Bundesregierung, um den CO
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-Ausstoß im Verkehrssektor zu senken. Mineralölunternehmen sind verpflichtet, ihren Schadstoffausstoß Jahr für Jahr zu reduzieren. Erreichen sie die festgelegten Ziele nicht, müssen sie Zertifikate von Dritten kaufen. Auch E-Auto-Besitzer können ihre CO
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-Einsparung verkaufen und so eine jährliche THG-Prämie erhalten.
Für hat Anspruch auf die THG-Prämie?
Grundsätzlich alle, die ein reines E-Fahrzeug besitzen und als Halter im Fahrzeugschein eingetragen sind. Das Fahrzeug muss vollelektrisch und in Deutschland zugelassen sein. Die Prämie gibt es nicht nur für Autos, sondern auch für Busse, Transporter und Motorräder. Plug-in-Hybride sind grundsätzlich nicht förderfähig. Der Antrag muss jedes Jahr neu gestellt werden und beim Umweltbundesamt (UBA) spätestens am 15. November vorliegen, sonst verfällt der Anspruch für die laufende Periode. Dienstleister setzen daher meist eine Frist bis 31. Oktober.
Wie funktioniert die Beantragung?
Man wählt einen Anbieter aus, der die Abwicklung übernimmt. Der Dienstleister reicht den Antrag beim Umweltbundesamt (UBA) ein, lässt die Einsparung zertifizieren und verkauft die THG-Quote am Markt. Für den Antrag gibt man online einige persönliche Daten an und lädt ein Foto der Vorderseite der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) hoch. Dann ist Geduld gefragt: Die Bearbeitung beim UBA dauert bis zu sechs Monate. Die Auszahlung kann also dauern.
Wie viel Geld bringt die THG-Prämie?
Die Erlöse am Markt schwanken erheblich und sind einige Jahre stark gesunken. In den ersten Jahren gab es bis zu 400 Euro, zuletzt waren es meist deutlich weniger als 100 Euro pro Jahr und Fahrzeug. Für 2026 könnte es wieder deutlich höhere Prämien geben.
Die meisten Dienstleister zahlen vom Verkaufserlös 80 bis 90 Prozent an die Halter aus. Für E-Autos in Privatbesitz ist die THG-Prämie steuerfrei.
Warum schwanken die Prämien so stark?
Wie an den Aktienbörsen wird der Wert der THG-Quoten von Angebot und Nachfrage bestimmt. In diesem Jahr müssen Unternehmen, die fossile Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel verkaufen, die Emissionen ihrer Produkte im Vergleich zu einem Referenzwert um 12 Prozent verringern oder durch Kauf von THG-Quoten ausgleichen. Andernfalls drohen hohe Strafzahlungen. Die strengeren Vorgaben führen zu steigenden Preisen. Zuvor gab es zahlreiche Betrugsfälle bei Klimaprojekten und mit gefälschten Zertifikaten, die Konzerne nutzten und deshalb weniger THG-Quoten aus E-Fahrzeugen kaufen mussten.
Welche Dienstleister sind empfehlenswert?
Es gibt eine Flut von Anbietern mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen, die teils mit Autoversicherern kooperieren. Manche garantieren einen Festbetrag, andere die Auszahlung von 90 Prozent des erlösten Marktpreises. In einem früheren Vergleich der Stiftung Warentest erfüllte nicht einmal die Hälfte von 36 untersuchten Vermittlern die Mindestkriterien. Empfohlen wurden damals unter anderem der ADAC, EnBW und Co2.auto (HUK). Online finden sich unter dem Stichwort „THG-Prämie“ zahlreiche mehr oder weniger seriöse Vergleiche und Werbeangebote.
Worauf sollte man achten?
Besser keine automatische Vertragsverlängerung bei Festpreisen vereinbaren, da die Prämien am Markt stark schwanken. Stattdessen jedes Jahr die Angebote vergleichen und zu Dienstleistern wechseln, die bessere und transparente Konditionen bieten. Einige Anbieter zahlen im ersten Jahr einen Neukundenbonus.