Wirtschaft Drastischer Passagierrückgang im Flugverkehr
Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, starteten oder landeten rund 57,8 Millionen Passagierinnen und Passagiere auf den 24 größten Verkehrsflughäfen in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Einbruch um fast drei Viertel (74,5 Prozent). 2019 war mit 226,7 Millionen Fluggästen noch ein Rekord bei den Passagierzahlen verzeichnet worden. Zugleich bedeuten die Fluggastzahlen im Jahr 2020 den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Deutlich weniger stark getroffen als der Passagierverkehr war 2020 die Luftfracht. Den Statistikern zufolge wurden insgesamt 4,5 Millionen Tonnen Luftfracht an den deutschen Hauptverkehrsflughäfen transportiert – ein Minus von 4,1 Prozent im Vergleich zu 2019.
Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Christine Behle, rechnet damit, dass in Folge der Krise 30 Prozent der Arbeitsplätze im Luftverkehr abgebaut werden. Insgesamt, so Behle, beschäftige die Branche rund 300.000 Menschen. Das derzeitige Konzept für den Luftverkehr in Deutschland sei „nicht tragfähig“, kritisierte Behle. Gerade bei den kleineren Flughäfen bestehe die Gefahr, dass diese sich gegenseitig kannibalisierten. Notwendig sei deshalb ein „Mobilitätskonzept“, das alle Verkehrsarten einschließe.