Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Digitaler Euro auch eine Frage der Souveränität

Das Euro-Zeichen auf einer Tastatur.
Das Euro-Zeichen auf einer Tastatur.

Im Streit um die Einführung des digitalen Euro liefert US-Präsident Trump inzwischen die besten Argumente für diesen Schritt.

Es gibt sehr viele Argumente für die Einführung des digitalen Euro. Inzwischen fügt US-Präsident Donald Trump mit seinem erratischen Handeln fast täglich neue hinzu. Einem in seinen Augen unbotmäßigen Richter am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gezielt die Kreditkarten zu sperren, ist ein eher bizarr anmutender Fingerzeig darauf, wozu der Mann im Weißen Haus fähig ist. Der Fall zeigt allerdings an einem sehr konkreten Beispiel, wie gefährlich es ist, dass Europa bei der Abwicklung eines Großteils des Zahlungsverkehrs abhängig von US-Unternehmen ist.

Wer auf die mäßigenden Kräfte des Marktes gehofft hatte, sieht sich bitter enttäuscht. Ausgerechnet die Chefs der schier übermächtigen Internet-Giganten und Onlineplattformen übernehmen in Trumps Spiel eine wenig rühmliche Rolle. Eine Lehre daraus muss sein: In einer Welt, in der das Recht immer weniger und die Macht immer mehr wiegt, ist es überlebenswichtig, sich schrittweise unabhängig zu machen.

Das Bargeld wird nicht abgeschafft

Doch nicht nur die beängstigenden Entwicklungen in der Weltpolitik sprechen für die digitale, europäische Währung. Immer weniger Menschen bezahlen ihre Einkäufe bar. Waren es 2017 in Deutschland noch rund drei von vier Verbrauchern, greift inzwischen mehr als die Hälfte zur Karte, zum Handy oder der Smartwatch. In anderen Ländern ist dieser Trend noch deutlicher.

Gerade in Deutschland ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu betonen: Das Bargeld wird deshalb nicht abgeschafft. Jeder Mensch wird auch in Zukunft seine Ersparnisse im Tresor deponieren oder mit Münzen und Scheinen beim Bäcker bezahlen können – ganz ohne elektronische Spuren zu hinterlassen.

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