Wirtschaft Die Molltöne werden lauter

Langsam werden die Molltöne lauter. Zwar haben sich die Voraussetzungen für Aktienanleger nicht wesentlich verändert, auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) für irgendwann ein Ende der lockeren Geldpolitik angekündigt hat. Aber dennoch machen sich die Pessimisten unter den Börsenprofis wieder stärker bemerkbar – wenn sie denn nicht auf dem Weg in den Urlaub sind. Mittelfristig aber sollte es wieder bergauf gehen, meint zumindest die DWS, die Fondstochter der Deutschen Bank. Der Streit mit den USA über immer wieder neue Strafzölle werde kein Handelskrieg, sondern nur ein Handelsstreit, meinen die DWS-Experten. Und auch von Rezession oder einer starken Abkühlung der Konjunktur sei nicht wirklich nachhaltig etwas zu erkennen. Auf ein Plus von 3,9 Prozent schätzen die Analysten das Wachstum der Weltwirtschaft im kommenden Jahr, das wäre kein Grund zum Jammern. Viele Gründe zur Freude aber gibt es zum 30. Geburtstag des deutschen Leitindexes Dax auch nicht. Die Marke von 13.000 Punkten, die schon überschritten war, ist derzeit wieder in die Ferne gerückt, jetzt gehe es darum, den Fall unter 12.000 Punkte zu verhindern, meinen sowohl die technischen Analysten als auch Börsenprofis. Wie es aktuell um den Zustand der deutschen Wirtschaft steht, könnte sich an den Auftragseingängen der Industrie und der Industrieproduktion im Mai zeigen, die am Donnerstag und Freitag veröffentlicht werden. Die neue Ehe zwischen den Stahlkonzernen Thyssen und Tata könnte bei den Unternehmensdaten für Aufmerksamkeit sorgen. Dominiert wird die neue Handelswoche allerdings von US-Konjunkturdaten. Heute steht der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe an. Am Donnerstag gibt dann der private Jobvermittler ADP einen Hinweis auf die offiziellen Beschäftigungszahlen der US-Regierung am Freitag. Aus den USA kommen zudem aktuelle Zahlen zum Autoabsatz. Wegen des Unabhängigkeitstags der USA bleibt die Wall Street am Mittwoch geschlossen.