Frankfurter Börseninfo RHEINPFALZ Plus Artikel Die Lage bleibt störanfällig

Die Börsen tendieren derzeit hoch – aber wie lange noch?
Die Börsen tendieren derzeit hoch – aber wie lange noch?

Die Berliner Politik verabschiedet sich in die Sommerpause, in einigen Bundesländern haben die Ferien begonnen, die Terminkalender in den Unternehmen werden leerer: Für Anleger eine gute Zeit, auf die zurückliegenden Monate zu blicken und ihre Schlüsse daraus zu ziehen.

In den vergangenen Wochen hat sich der Optimismus verstärkt, der die Aktienmärkte trotz vieler Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie auf Rekordhöhen getrieben hat. Immer mehr Umfragen zeigen, dass die Unternehmen mit einer deutlichen Erholung rechnen. In den USA hat die Einigung im Senat auf ein Billionen Dollar schweres Konjunkturprogramm für neuen Schwung gesorgt, der hierzulande zu weiteren Kurssteigerungen führen könnte. Die Frage bleibt aber, ob der Aufschwung nachhaltig ist – oder ob die Risiken nicht früher oder später doch zu einem Rückschlag an den Börsen führen. Hier sind sich die Experten uneins.

Die rasante Ausbreitung der Delta-Variante ist in den aktuellen Konjunkturfragen noch nicht berücksichtigt – wird sie die Hoffnungen zunichtemachen? Auch die Engpässe in den Lieferketten sind ein Risikofaktor, der nicht außer Acht gelassen werden kann. Die Volkswirte der Commerzbank haben die Ursachen für diese Verschiebung untersucht und sind der Ansicht, dass sich die Lage wohl erst gegen Jahresende normalisieren wird. Bis dahin werde es zu stockender Produktion und womöglich steigenden Preisen kommen. Commerzbank-Volkswirt Jörg Krämer ist zuversichtlich, dass die Preise für Erdöl jedenfalls nicht zu stark steigen werden. Das gilt wohl auch für die Inflationsrate, die zwar nach oben tendiert, aber nicht in Besorgnis erregende Höhen strebt. Anders kann das werden, wenn die US-Notenbank 2022 über Zinserhöhungen nachdenkt. Aber das ist nach der Sommerpause.

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