Wirtschaft Die Hitze tut dem Hutabsatz gut

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Während sich derzeit mancher im eigenen Schweiße badend den Herbst herbeisehnt, gibt es andere, denen die Rekordtemperaturen gut bekommen – den Inhabern von Hutläden. Denn wem die Sonne auf den Kopf brennt, der sucht gerne Schutz unter dünnem Stoff und großer Krempe.

Hüte liegen auch und gerade im Sommer voll im Trend, da sind sich die befragten Modisten, die Hersteller von Kopfbedeckungen aller Art, aus der Pfalz und Mannheim sicher. Schließlich spüren sie es nach eigener Aussage in der Kasse. „Bei uns läuft’s“, sagt Christa Pistor aus Zweibrücken, die Absatzzahlen stiegen. Seit über 40 Jahren betreibt sie den Salon Christas Hutmoden und kennt die Wünsche ihrer Kunden: „Knautschbar soll es ein. Alles, was man in die Tasche und in den Koffer stecken kann.“ „Ach, ich hätte gerne einen Strohhut, aber zum Zusammenlegen, bitte“, zitiert Karin Volz aus Neustadt ähnliche Kundenwünsche, die auf „möglichst praktisch“ abzielen. Beziehungsweise in diesem Fall auf unmöglich praktisch. Denn das Zusammenrollen des Hutes, im Herkunftsland des Panamahutes Ecuador gang und gäbe, ist in Europa wegen der geringen Luftfeuchtigkeit nicht möglich. Die Fasern würden brechen. Trotzdem gehörten die leichten Panamahüte an heißen Tagen zu den Verkaufsschlagern in den Geschäften, berichten die Modisten. Die Kunden, die es gewohnt seien, passend zu jeder Jahreszeit unterschiedliche Hüte zu tragen, seien mittlerweile sehr alt oder schon gestorben, stellt Volz fest. Die jüngeren Kunden kauften den Hut vor allem gezielt zu bestimmten Wetterlagen, also für große Kälte oder Hitze. An besonders heißen Sommertagen steige der Verkauf von Hüten um 30 bis 40 Prozent im Vergleich zu üblich warmen Sommern, berichtet die Neustadter Modistin. „Wie in den 20er Jahren, in denen jeder Hut getragen hat, wird es nicht mehr werden“, sagt Isabel Jakel, Inhaberin von Hut Konrad in Mannheim. Aber sie glaubt, dass künftig dank der immer heißeren Sommer auch wieder mehr Hüte gekauft würden. Dabei spiele das gewachsene Gesundheitsbewusstsein der Menschen eine Rolle – der Schutz der Haut habe immer größere Priorität, „zum Beispiel, wenn der Herr den Scheitel breiter trägt“, umschreibt Jakel. „Es gibt eine neue Generation Hut-Träger“, hat Petra Häfner aus Kaiserslautern festgestellt. Diese kauften hier mal eine Mütze, da mal eine Kappe und eben auch Hüte. Nach eigenen Angaben verkauft Häfner an guten Tagen rund 20 Hüte. Ein Trend stellten fast alle befragten Modisten fest: Die Jugend trägt Trilby. Der Hut mit kurzer Krempe, der beispielsweise den Kopf von Sänger Gregor Meyle häufig schmückt oder bei Sean Connery als James Bond zu sehen war, gehört neben dem Panamahut zu den gefragten Modellen. Während er oft schon günstig ab 14 Euro zu bekommen ist, muss der Kunde für einen Panamahut rund 100 Euro und mehr hinlegen. Egal welches Modell, egal welcher Preis, Andrea Veth, Inhaberin von Hut Beisel in Speyer, ist sich sicher: „Hut ist in der Mode immer dabei. Er hat einen festen Platz im Modekarussell.“ Trotzdem sei das Hut-Tragen mit vielen Unsicherheiten verbunden, weiß Modistenmeisterin Petra Häfner aus der Erfahrung mit Neukunden und sie verspricht: „Es gibt für jedes Gesicht einen Hut.“

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