Meinung
Die Bahn bleibt auf Klimaschutz-Kurs
Die Deutsche Bahn (DB) hält auch während der Corona-Pandemie ihren Betrieb weitgehend aufrecht. Dafür haben ihre Mitarbeiter in dieser schwierigen Situation Dank und Anerkennung verdient. Auch die Erneuerung des Fahrzeugparks wird bisher wie geplant fortgeführt. Mehr als ein wichtiges Symbol war dafür die Bestellung der 30 ICE, zu deren Beschaffung sich die DB im Zusammenhang mit dem Klimaschutzpaket der Bundesregierung entschlossen hatte.
Die DB ist bisher ein Stabilitätsanker in der Krise
Die DB ist damit ein Stabilitätsanker in der Corona-Krise – als Verkehrsmittel ebenso wie als Kunde der deutschen Bahnindustrie. Dieser Kurs folgt allerdings nicht einer betriebswirtschaftlichen Logik, sondern orientiert sich vor allem an der Bedeutung der Bahn als Instrument der Daseinsvorsorge und zunehmend speziell der Klimaschutzpolitik. Damit beschleunigt die Corona-Krise eine Entwicklung, die vor allem wegen der Klimaschutzdiskussion schon vorher begonnen hatte. Völlig absurd wirkt in dieser Situation allerdings, dass der Eigentümer Bund von seinem wegen der Corona-Krise tief in die roten Zahlen geratenen Bahnunternehmen weiterhin eine völlig überhöhte Dividende kassieren will.
Mit der Aufstockung ihrer Kapazitäten rüstet sich die DB für Verkehrszuwächse, die mittel- und langfristig zu erwarten sind, wenn das Thema Klimaschutz in Zukunft tatsächlich ernster genommen wird als bisher. Dessen Dringlichkeit hat inzwischen sogar der russische Präsident Putin erkannt. Wenn die USA unter einem neuen Präsidenten zum Pariser Klimaschutzabkommen zurückkehren, könnte das auch für die deutsche Verkehrspolitik Anlass sein, dem Klimaschutz endlich die nötige Priorität einzuräumen.
