Wirtschaft Daimler Mannheim: Lkw-Motor gestoppt

Ein älterer Lkw-Motorentyp, der im Werk Mannheim (Foto) nur noch in geringer Stückzahl hergestellt wird, muss genauer unter die
Ein älterer Lkw-Motorentyp, der im Werk Mannheim (Foto) nur noch in geringer Stückzahl hergestellt wird, muss genauer unter die Lupe genommen werden.

«Stuttgart/Mannheim». Der Stuttgarter Daimler-Konzern hat wegen auffälliger Messwerte beim Ausstoß von Stickoxiden (NOX) die Auslieferung eines am Standort Mannheim produzierten Sechszylinder-Motors für schwere Nutzfahrzeuge gestoppt.

Da es sich um einen älteren Motortyp handle, der nur noch in geringer Stückzahl in Fahrzeugen für außereuropäische Exportmärkte verwendet werde, gebe es keine Auswirkungen auf das Mannheimer Motorenwerk mit rund 5150 Mitarbeitern oder auf das Lkw-Montagewerk im südpfälzischen Wörth mit 12.300 Beschäftigten, sagte ein Daimler-Sprecher gestern auf Anfrage. Der Motor mit der Typenbezeichnung OM501 sei bis 2013 in Mercedes-Benz-Lkw in Europa eingesetzt worden. Im Rahmen regelmäßiger Konformitätsprüfungen der Typzulassung habe das Unternehmen bei dem Motor der Abgasnorm Euro V bei einzelnen Betriebssituationen eine geringfügige Überschreitung des NOX-Grenzwertes festgestellt. Es handle sich nicht um eine Software-Funktion, die die Abgasnachbehandlung abschalte. Die Enttarnung solcher Betrugssoftware hatte im September 2015 den VW-Abgasskandal ausgelöst. Bis zur Klärung der technischen Fragestellungen habe Daimler entschieden, diesen Motor vorsorglich nicht mehr auszuliefern. Daimler spreche mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) über eine auffällige technische Funktion des Fahrzeugdiagnose-Systems (On-Board-Diagnose). Das dient der Überwachung der Abgasreinigung. Es informiert den Fahrer über mögliche Fehlfunktionen.

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