Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Corona hemmt Produktion von E-Autos

Die BMW AG beziehungsweise die BMW Group sitzen in München.
Die BMW AG beziehungsweise die BMW Group sitzen in München.

Nicht nur die Ladeinfrastruktur ist für die E-Mobilität wichtig. Sondern auch die Corona-Bekämpfung in Chip-Produktionsländern.

Der Durchbruch technischer Entwicklungen wird bisweilen mit dem Schütteln einer Ketchup-Flasche verglichen. Erst kommt nichts, dann ein Schwall. So ähnlich zeichnet es sich nun bei Elektromobilität ab. Das Rennen hat ernsthaft begonnen. Auch deutsche Hersteller überbieten sich derzeit mit Ankündigungen dazu. Blickt man auf die nüchternen Absatzzahlen, hat US-Pionier Tesla weltweit die Nase vorn. Bei uns bringt von den Premiumherstellern bislang BMW die meisten Stromer auf die Straße.

Holt VW Tesla ein?

Nimmt man Ankündigungen und Pläne zum Maßstab, könnte VW nächstes Jahr auf Augenhöhe mit Tesla kommen und 2023 Weltmarktführer bei Elektroautos werden. Das setzt voraus, dass Kunden zugreifen und Ladeinfrastruktur nicht zum limitierenden Faktor wird. Insofern sind die Standpunkte von BMW die ehrlicheren. Die Konkurrenz lässt sich Hintertüren offen, sodass die Strategien nicht sehr unterschiedlich sind: Verkauft wird, was der Kunde nachfragt – und was auch tatsächlich produziert werden kann.

E-Autos als Chips-Fresser

In Malaysia hatten für die Autobranche wichtige Chipfabriken wochenlang geschlossen, weil dort Corona-Infektionen in die Höhe schnellten. Besser wird es erst, wenn in Chip-Produktionsländer genug Impfstoff fließt. Weil Elektroautos weit mehr Chips brauchen als solche mit Verbrennungsmotor, könnte dies die Elektropläne noch empfindlich treffen.

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