Digitales Leben RHEINPFALZ Plus Artikel Cloud-Speicher: Wohin mit den Daten?

Die Cloud bietet sicheren Speicher und Zugang über jeden Rechner sowie andere mobile Endgeräte.
Die Cloud bietet sicheren Speicher und Zugang über jeden Rechner sowie andere mobile Endgeräte.

Datensicherung sollte Priorität für jeden Computernutzer haben. Festplatten und Clouddienste sind erste Wahl. Die Preise der Anbieter von Online-Speicher sind in Bewegung. In welcher „Wolke“ sind die persönlichen Daten jetzt am besten aufgehoben?

Von Jo Wüllner
Schon im Herbst 2022 hatte Amazon angekündigt, seinen Cloud-Speicher Amazon Drive auslaufen zu lassen. In einem ersten Schritt verschwand die Download-Option für die App. Seit dem 1. Februar ist es auch nicht mehr möglich, neue Daten beim eigenen Account hochzuladen. Nicht betroffen sind Fotos und Videos, die per Amazon Photos weiter online gespeichert werden können. Für alle anderen Daten gilt der 31. Dezember 2023 als Deadline. Bis dahin müssen diese heruntergeladen und andernorts gesichert werden. Wer sich darum nicht kümmert, darf von der Löschung nicht überrascht sein.

Mitglieder von Amazon Prime erhalten derzeit aber weiterhin unbegrenzten Speicherplatz für Fotos in voller Auflösung, dazu 5 GB Videospeicherplatz bei Amazon Photos. Der Speicherplatz kann kostenlos mit bis zu fünf Familienmitgliedern geteilt werden. Der Videospeicher kann zudem für 1,99 Euro pro Monat auf 100 GB und für 9,99 Euro pro Monat auf einen Terabyte erweitert werden.

Wem es aber vor allem auf die Sicherung aller Dateien des Rechners ankommt, sollte seinen gemischten Bestand besser komplett auf einen hinreichend großen Cloudspeicher lagern. Jede Veränderung beim heimischen Datenbestand wird – eine Internetverbindung vorausgesetzt – dann unmittelbar gespeichert. Zugleich lässt sich auf die Cloud-Dateien auch von jedem Rechner oder Mobilgerät per Browser oder spezieller App zugreifen.

Es gibt eine Vielzahl von Anbietern. Für nicht-kommerzielle Nutzer sind derzeit folgende empfehlenswert: Unschlagbar günstig ist schon länger Microsoft. Die Anbieter der Office-Programme sind zwar vor Jahren auf ein Abo-System umgestiegen. Das bietet aber mehr als nur die Vollversionen von fünf Desktop-Programmen. Für einen Monatspreis von gegenwärtig 10 Euro oder ein Jahresabo von 99 Euro dürfen bis zu sechs Personen einsteigen. Jeder kann die Apps auf fünf Endgeräten nutzen. Dazu gehören auch Smartphones und Tablets, für die es abgespeckte Apps gibt, die aber für unterwegs mehr als ausreichen. Jeder erhält ein Terabyte Arbeitsspeicher für die persönliche Datenverwaltung. Selbst wer mit Word oder PowerPoint nichts anfangen will – allein der Cloudspeicher lohnt sich bereits in diesem Bundle. Mehr als ein Terabyte brauchen nur die wenigsten privaten User. Und sollte es doch mehr sein: Der persönliche Speicherplatz lässt sich auch gemeinsam nutzen. Solonutzer können bei Microsoft noch auf das neue Basic-Abo zugreifen. Für zwei Euro gibt es die Web-Applikationen der Office-Suite und 100 Gigabyte Speicher bei Microsoft One Drive.

Das ist vergleichbar mit Google One. Auch dort gibt es 100 Gigabyte für 1,99 Euro, dazu auch Google Web-Applikationen, aber keine vertrauten MS-Office-Programme. 200 Gigabyte sind mit 2,99 Euro noch günstiger. Für zwei Terabyte sind 9,99 Euro zu zahlen. Wer die Funktionen testen will: Mit einem Google-Account lassen sich 15 GB kostenlos nutzen. Google könnte verlockend sein für Menschen, die gewohnt sind, über ihr Google-Konto und mit Google Apps einen Großteil ihrer Onlinepräsenz zu bestreiten.

Es bleiben noch zwei deutsche Wettbewerber zu nennen: Strato und 1&1. Sie haben konkurrierende Angebote, gehören aber seit 2017 zum gleichen Mutterkonzern, der United Internet AG mit Sitz in Montabaur. 1&1 hat vier Volumentarife; umgerechnet am günstigsten ist das „Business“-Angebot, bei dem ein Terabyte 5 Euro im Monat kostet, wobei fünf Nutzer inklusive sind. Bei Strato gibt es fast das gleiche Angebot; hier darf aber nur ein Nutzer zugreifen. Es lohnt sich also, aufs Detail zu achten.

Kommerzielle Clouddienste sind bequem, verursachen aber laufende Kosten. Anders sieht es mit der privaten Cloud in Form eines NAS-Speichers aus. NAS steht für Network Attached Storage. Geräte sind im Kern große Festplatten mit zusätzlichem Arbeitsspeicher und einfachem Betriebssystem. Das erlaubt sowohl die Einbindung in ein heimisches Netzwerk als auch den Fernzugriff via Internet per Browser oder App. Ein NAS lässt sich auch als Streaming-Quelle für Filme und Musik nutzen.

Wenn er zur Datensicherung dienen soll, kann er aber nicht die Festplatten von Rechnern ersetzen. Er sollte im RAID-1-Betrieb laufen, bei dem alle Daten doppelt gesichert werden. Gute Geräte besitzen auch einen wirksamen Schutz gegen Attacken aus dem Internet. Der Preis hängt vom Festplattenplatz und den Systemfunktionen ab.

Eine Komfortlösung bietet beispielsweise der My Cloud EX2 Ultra mit acht Terabyte Speicherplatz vom Festplattenbauer Western Digital, der samt vielen Extradiensten für etwa 320 Euro zu haben ist. Damit ist man unabhängig, muss sich aber auch um die Einrichtung kümmern.

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